Belletristik

Michael Robotham: Adrenalin

Wenn der Held schwach ist – und Joe O’Loughlin ist ein Psychotherapeut mit Parkinson –, erwächst der Thrill aus seiner Unterlegenheit. Joe ist tapfer, selbstsüchtig und arrogant. Vor allem glaubt er, seinen schizoiden Patienten Bobby Moran unter Kontrolle zu haben. Das ist Joes Schwäche. Im heimatlichen United Kingdom gilt Michael Robotham als neuer Thrillerstar. Zu Recht. In glanzvollen Dialogen drillt er die alte Geschichte vom Mann, der seine Unschuld beweisen muss, indem er den Schuldigen fängt, neu: als die des Psychotherapeuten, der seine professionellen Vorurteile ablegen muss – oder kaputtgeht.

Lee Child: Der Janusmann

Wenn der Held stark ist – und Jack Reacher hat in dreizehn Jahren als Offizier der US-Militärpolizei Überleben und Töten aus dem Effeff gelernt –, erwächst der Thrill aus der Ungeheuerlichkeit der Bedrohung. Wäre Reacher auf sich gestellt, könnte ihn niemand umbringen. Seine Schwäche ist, dass er Schwächere beschützt – in scheinbar ausweglosen Situationen. Lee Child schreibt Männerromane. Seine Schreibe ist lakonisch und realistischer als die Alistair McLeans. Sein siebter page turner mit Reacher ist der raffinierteste: Nerventraining pur. Tobias Gohlis

Sachbuch

Vera Broido: Tochter der Revolution