Europas letzter Diktator wirft sich in die Schlacht gegen akustische Überfremdung. Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat angeordnet, dass 75 Prozent der im Radio gespielten Musiktitel von weißrussischen Ausführenden stammen müssen. Sendern, die dagegen verstoßen, droht Lizenzentzug. Das Informationsministerium, unter dessen Obhut im vergangenen Jahr 21 nichtstaatliche Zeitungen und Zeitschriften dichtgemacht wurden, hat bereits mehreren Radiostationen eine Verwarnung erteilt. Dabei kann die gesamte weißrussische Musikproduktion kaum drei Viertel des Radioprogrammes füllen. Zudem hat Lukaschenko mehrere bekannte Musikgruppen mit einem Sendeverbot belegt. Sie waren zu seinem Ärger bei einer Veranstaltung der weißrussischen Opposition aufgetreten.