Vera Broido: Tochter der Revolution

Erinnerungen - aus dem Englischen von Jürgen Schneider - Edition Nautilus, Hamburg 2004 - 190 S., 19,90 e

Wer diesen kleinen Erinnerungsband zur Hand nimmt, wird sich davon nur schwer losreißen können. Es ist der ungewöhnliche Bericht eines außergewöhnlichen Lebens. Vera Broido, 1907 als Tochter russischer Sozialisten jüdischer Herkunft in St. Petersburg geboren, verbrachte zusammen mit ihrer Mutter die letzten Jahre des Zarenreichs in der sibirischen Verbannung. Sie erlebte den Frühling der russischen Revolution 1917 und den blutigen Bürgerkrieg. In den frühen zwanziger Jahren schlossen sich die Broidos der Kolonie russischer Flüchtlinge in Berlin an. Vera ging nach Paris, studierte Malerei und liierte sich nach der Rückkehr mit dem Dadaisten Raul Hausmann in einer Ménage à trois. Seit 1934 lebte sie im englischen Exil und heiratete dort den Historiker Norman Cohen. Sie starb, hochbetagt, im Februar 2004. Burkhard Müller-Ullrich, der sie kurz vor ihrem Tode besuchte, hat ein schönes Vorwort beigesteuert.

Otto Brunner/Werner Conze/Reinhart Koselleck: Geschichtliche Grundbegriffe

Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland, Bd,1-8/2 - Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2004 - 298,- e (bis 30. 4.), danach 348,- e

Ein schwerer Brocken, dieses achtbändige Nachschlagewerk, das zu Recht als eine der herausragenden und bleibenden Leistungen auf dem Felde der Geistes- und Sozialwissenschaften des vergangenen Jahrhunderts gepriesen worden ist.

Nun liegt eine außerordentlich preisgünstige Studienausgabe vor, und keine Frage: Das Standardwerk im roten Schuber gehört ins Bücherbord eines jeden Geschichtsstudenten, ja überhaupt eines jeden Geschichtsinteressierten. Ein Platz dafür wird sich schon finden lassen.