Sie mögen völlig Recht haben, dass für die Reform der deutschen Universitäten Studiengebühren unerlässlich sind. Aber Sie lassen außer Acht, dass den Unis seit Jahren die Mittel gekürzt werden. Die Bilanz wird noch trostloser, wenn man die Aufwendungen pro Student betrachtet! Durch Studiengebühren kann in der Tat vieles besser werden. Aber nur, wenn die öffentliche Hand durch zusätzliche Mittel demonstriert, dass nicht nur die Kosten auf die Studenten abgewälzt werden sollen.

Ein wirkliches Ärgernis ist Ihre Darstellung des studentischen Alltags. Zur Erinnerung, das Bafög liegt unterhalb des Sozialhilfesatzes. Entsprechend sind 1000 Euro pro Jahr viel Geld. Natürlich bietet die Studienzeit einen gewissen Freiraum, da man seine Arbeit völlig eigenverantwortlich erledigen kann (und muss). Andererseits muss man mit wenig Geld zurechtkommen, während gleichaltrige Facharbeiter schon gut verdienen.

DR. ARND HÜBSCH, SAN DIEGO, USA

Man mag mit Martin Spiewak einer Meinung sein und Studiengebühren gut finden.

Dann ist aber zumindest seine Argumentation zu hinterfragen. So schreibt er, dass die jetzt diskutierte Summe von 1000 Euro pro Jahr nicht viel höher sei als eine studentische Handyrechnung in der gleichen Zeit. Das ist völliger Unfug. Laut 17. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks belaufen sich die monatlichen Aufwendungen der Studierenden für Telefon, Internet, Rundfunk- und Fernsehgebühren sowie Porto durchschnittlich auf 49 Euro.

DANIEL SEIDERER, AACHEN

Wo soll die Lastenverteilung eigentlich enden? Zum Beispiel wurden in Österreich zuerst in den Schulen Selbstbehalte für Bücher und öffentliche Verkehrsmittel eingeführt, dann die Freifahrten für Studenten gestrichen und Studiengebühren eingehoben. Die versprochenen Verbesserungen an den Universitäten sind dadurch aber nicht eingetreten. Vielmehr wird bereits über eine Freigabe der Studiengebühren diskutiert, damit jede der inzwischen autonomen Hochschulen die Beiträge selbst festlegen kann.