konjunktur Deutsche Wirtschaft 2004 schwächer als erwartet

Wachstumsrate von zuvor geschätzten 1,7 Prozent nun auf 1,6 Prozent nach unten korrigiert

Wegen des schwachen Konsums und der geringen Investitionsbereitschaft der Unternehmen ist die deutsche Wirtschaft langsamer gewachsen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im letzten Vierteljahr 2004 im Vergleich zum Sommer inflationsbereinigt (real) um 0,2 Prozent, berichtet heute das Statistische Bundesamt. Für das Gesamtjahr 2004 musste die Wachstumsrate von zuvor geschätzten 1,7 Prozent nun auf 1,6 Prozent nach unten korrigieren werden. „Die wirtschaftliche Belebung der ersten beiden Quartale 2004 hat sich damit in der zweiten Jahreshälfte nicht fortgesetzt“, kommentierte das Bundesamt. Die Zunahme des Exportüberschusses habe die schwächere Binnenkonjunktur nur zum Teil kompensiert. Laut Andreas Rees von der HypoVereinsbank ist die schlechte Stimmung im Land für den BIP-Rückgang verantwortlich: „Der Hauptschuldige ist für mich die Diskussion um Stellenabbau, zum Beispiel bei Opel und Karstadt-Quelle. Das hat die Menschen sehr verunsichert und den privaten Konsum belastet.“

Eine neue Rezession ist Volkswirten zufolge aber nicht zu befürchten, da die deutsche Wirtschaft vergleichsweise gut ins Jahr gestartet sei. „Eine Rezession kann man ausschließen. Der Einstieg in 2005 sollte besser gelaufen sein. Es gibt einige ermutigende Zeichen, dass die Inlandsnachfrage nach dem endlosen Gestotter an Schwung gewinnt“, sagte Rees. Die meisten Experten setzen darauf, dass der Impuls vom starken Export 2005 zunehmend auch in der lahmen Binnenwirtschaft ankommt, indem Firmen mehr investieren und Verbraucher mehr Geld ausgeben. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat nach eigenen Angaben Signale, dass die Binnenkonjunktur langsam anzieht und die Firmen wieder mehr investieren werden.

(mit dpa, reuters)

 
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