iran Politik als Strafe Gottes

Das System Irans ist ökonomisch und moralisch bankrott. Nun wollen die Ajatollahs ihre Herrschaft durch die Bombe verewigen. Ist ein Krieg die letzte Hoffnung auf das Ende der Tyrannei?

Die gegenwärtige Situation Irans ist der Endphase der Safaviden-Herrschaft (1694 bis 1722) nicht unähnlich, als das Land von mehreren Seiten angegriffen und ausgeplündert wurde, während Sultan Hussein seine Zeit überwiegend in Gesellschaft von Predigern und Haremsdamen verbrachte. Die Geisterbeschwörer hatten ihn umringt. Tempel, Kirchen und Weinschänken wurden geschlossen, verdiente Heeresführer und tüchtige Amtsträger wurden auf Befehl des Schahs vernichtet. Und die Gesellschaft wurde durch Passionsspiele, religiöse Zeremonien und durch Aberglauben an Fortschritt und wirtschaftlichem Aufschwung gehindert.

Die Bevölkerung revoltierte in einigen Regionen gegen die Regierung, tötete Tausende von Schiiten und plünderte die Städte in einem Ausmaß, dass schließlich der osmanische Sultan eingriff und einen seiner Gefolgsleute als Befehlshaber über Schwerwan im Kaukasugebiet bestimmte.

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Im Süden Irans und am Persischen Golf war die Lage so unsicher, dass jeder einen beliebigen Ort plündern und sich als Herrscher aufspielen konnte. Die Bevölkerung war schutzlos. Am Ende versetzten die Afghanen Iran den vernichtenden Schlag. Eine Bande von Meuterern und Rebellen griff auf Befehl von Machmud, dem Afghanen, Iran an und eroberte die Hauptstadt. Die Zoroastrier, die über die Grausamkeit des Schahs verzweifelt waren und sich von der Herrschaft des Terrors befreien wollten, unterstützten den Angriff der Afghanen.

Der Schah schenkte dem Volk und seiner Macht keinerlei Beachtung. Während der siebenmonatigen Belagerung der Hauptstadt, bei der die Bevölkerung unter Hungersnot und Pest litt, betete er an der Seite der Prediger und erwartete das Heer der Geister, damit es gegen den Feind ins Feld ziehen würde. Als er schließlich erkennen musste, dass die Dschinnen nichts verrichten konnten und die Stadt erobert worden war, ging er persönlich zum Heerlager Machmuds des Afghanen und setzte ihm die Königskrone auf.

Isfahan, die damalige Hauptstadt Irans, besaß zum Zeitpunkt des Angriffs 110000 Einwohner. Zur allgemeinen Verblüffung schleuderte keiner von ihnen den plündernden Angreifern auch nur einen Stein entgegen. Die Menschen von Schiras und Kerman leisteten jedoch, abweichend von den Befehlen des Schahs, den angreifenden Afghanen einen derartigen Widerstand, dass Machmud getötet wurde. Und worin bestand nun das Geheimnis der 230-jährigen Herrschaft der Safaviden-Könige? Es bestand darin, dass sie angesichts des Klerus, den sie als ihren ärgsten Feind betrachteten, beschlossen hatten, selbst die religiöse und weltliche Herrschaft zu übernehmen. So wurden Religion und Regierungsgewalt in dieser Epoche miteinander vereint. Die Staatsreligion verhinderte durch ihre unumschränkte Herrschaft jede Form von Kritik und Fortschritt. Sie schuf damit zugleich die Voraussetzung ihres eigenen Scheiterns.

Je weiter die Zeit voranschreitet, desto deutlicher treten die historischen Parallelen der Islamischen Republik zur Safaviden-Dynastie hervor. Ich behaupte, dass die Safaviden die ersten Besitzer einer Atombombe gewesen wären, hätte es sie zu jener Zeit bereits gegeben. Nicht, um der restlichen Welt in technologischer Hinsicht nicht nachzustehen, sondern um die Welt mit Hilfe der Atombombe zu islamisieren!

Wir mussten erkennen, dass Reformen mit dieser Verfassung unmöglich sind

Je weiter die Zeit voranschreitet, desto größer wird die Entfremdung der islamischen Führung von der Bevölkerung und der gesamten Welt. Einst hingen westliche Intellektuelle und Politiker auf der Suche nach neuen Definitionen von kulturellem Leben, mystischem Denken oder politischer Spiritualität an den Lippen der Führer der Islamischen Republik. Doch bald mussten sie erkennen, dass Chomeini kein neuer Gandhi war.

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