Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton und sein Nachfolger George W. Bush mögen in manchen Dingen unterschiedlicher Meinung sein, in einem aber stimmen sie überein: Freier Handel sichert die Demokratie, sagte Clinton Mitte der neunziger Jahre. Wenn wir den freien Handel stärken, stärken wir auch die politische Freiheit, sagte Bush ein paar Jahre später. Aber stimmt das auch?

Dieser Frage sind die Ökonomen Ernesto Lopez-Cordova von der Interamerikanischen Entwicklungsbank und Christopher Meissner von der Universität Cambridge nachgegangen. Für die Jahre 1870 bis 2000 kategorisierten die Forscher mehrere Dutzend Länder nach ihrer ökonomischen und politischen Offenheit - und stellten fest: Es besteht ein Zusammenhang.

Wenn autoritäre Staaten sich gegenüber der Weltwirtschaft öffneten, setzten sie damit einen Prozess zu mehr Freiheit und Demokratie in Gang. Dies gelte insbesondere für die Zeit seit 1895. Damals habe der Handel geholfen, die erste Welle der Demokratisierung in Gang zu setzen. Zwischen den Weltkriegen erwiesen sich wirtschaftlich offene Länder als weniger anfällig für autoritäre Regime. Und nach 1960 habe der anhaltende Prozess der Globalisierung die Demokratie weiter vorangetrieben.