Ranghohe Politiker aus dem Nahen Osten, Europa und den USA treffen sich heute in London zu einer Konferenz über Reformen in den Palästinensergebieten. Bei dem Treffen auf Initiative des britischen Premierministers Tony Blair soll in erster Linie die Umsetzung struktureller Reformen durch die palästinensische Autonomiebehörde angesprochen werden, die als eine Grundvoraussetzung für einen nachhaltigen Friedensprozess in der Region gilt.Unter anderem haben Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, US-Außenministerin Condoleezza Rice, UN-Generalsekretär Kofi Annan und der EU-Außenbeauftragte Javier Solana zugesagt. Zudem werden Außenminister aus Staaten der Europäischen Union (EU) und der arabischen Welt sowie Vertreter der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) in London erwartet. Israel verweigerte die Entsendung offizieller Vertreter. Experten erwarten daher von der Konferenz keinen Durchbruch im Friedensprozess.Auch der jüngste Terroranschlag in Tel Aviv, bei dem fünf Israelis starben, hat bisherigen Fortschritte in den Friedensbemühungen eingefroren. Die Regierung Scharon hat zwar von militärischen Vergeltungsschlägen abgesehen, doch den geplanten Rückzug israelischer Truppen aus dem Westjordanland vorerst eingestellt. Palästinenserchef Abbas erklärte, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Bei seinem Auftritt in London wird er nun nicht als Friedensbringer des Nahen Ostens gefeiert werden. Die Fragilität der Beziehungen zwischen Palästinensern und Israelis wurde nach dem Anschlag allzu deutlich.