Überall auf der Welt wird geraucht. Vor drei Jahren stellte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf einen Atlas zusammen, der sich mit den gesundheitlichen, ökonomischen und sozialen Aspekten des Tabakkonsums befasst. Die Forscher hatten dabei eine eindeutige Botschaft: Das Rauchen sei eine Epidemie, die man mit weltweit möglichst hohen Steuern sowie strikten Werbe- und Rauchverboten bekämpfen müsse. Der Tabak-Atlas der WHO bietet Einblick in die unterschiedlichen Konsumgewohnheiten von Rauchern und ihren Verbrauch von Zigaretten, Zigarren, Pfeifen, Bidis und Kreteks.

Nichtraucherstaat Libyen: In Deutschland ist der Anteil der Raucher ähnlich hoch wie in Frankreich, jeder Dritte greift regelmäßig zur Zigarette - in den Vereinigten Staaten ist es nur jeder Vierte. Obwohl manche Zahlen nicht repräsentativ sein dürften, werden Senegal, Libyen und Ruanda von der WHO als klassische Nichtraucherstaaten eingestuft. Dort stellen Tabakkonsumenten nur etwa fünf Prozent der Bevölkerung. Das andere Extrem bilden Kenia, Namibia und der Inselstaat Nauru im Südpazifik. Sie haben eine Raucherquote von rund 50 Prozent.

Männer und Frauen: Die Konsumgewohnheiten der Geschlechter sind von Land zu Land höchst unterschiedlich. In den Industrieländern gibt es meist etwa gleich viele männliche wie weibliche Raucher. In Ländern wie China, Russland oder Kasachstan hingegen ist Tabak reine Männersache: Dort rauchen zwei Drittel aller Männer, aber nur weniger als zehn Prozent der Frauen.

Machtfaktor China: Jedes Jahr werden in China knapp 1700 Milliarden Zigaretten geraucht. Das steht für ein Drittel des gesamten Weltmarktes und entspricht nahezu dem Zweifachen der Jahresproduktion von Philip Morris, dem größten internationalen Tabakkonzern. Auch beim Anbau von Rohtabak ist China führend und produziert mit rund 2,6 Millionen Tonnen im Jahr mehr als die großen Anbaunationen Indien, Brasilien, USA, Türkei und Griechenland zusammen. Damit kann China den eigenen Bedarf problemlos decken.

Für die internationale Tabakindustrie ist der chinesische Markt jedoch weitgehend abgeschottet. Sämtliche Fabriken und Marken werden von der nationalen Tabak-Monopolbehörde STMA strengstens überwacht. Und Konkurrenz aus dem Ausland ist in China nicht erwünscht.