Bedenkt man, dass das Telefonbuch meist in zwei bis drei Bänden kommt, ist diese Zahl viel zu niedrig gegriffen. Schon die deutsche Durchschnittsküche ist eine kleine Bibliothek: Laut einer Erhebung der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) stehen dort zwölf Kochbücher, und die Hälfte davon wurde sogar im Lauf des vergangenen Jahres genutzt. Die nächste Fundgrube ist das Kinderzimmer. Nach einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann Stiftung unter Kölner Familien mit Kindern besaß jedes Kind im Jahr 1993 die stolze Anzahl von 55 Büchern.

Aber wie groß ist nun der Bücherbestand der deutschen Familie? Genaue Zahlen sind nicht zu bekommen. Das Statistische Bundesamt erfasst solche Zahlen nicht, denn Bücher »fallen nicht unter die langlebigen Gebrauchsgüter«, heißt es aus dem Amt. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels weiß zwar, dass 2003 in Deutschland 770 Millionen Bücher verkauft wurden, also etwa zehn Stück pro Einwohner, aber was die Kunden mit den Büchern machen und wie viele davon dauerhaft im Regal landen, ist dort nicht zu erfahren. In einer Studie der Stiftung Lesen sollten die Befragten im Jahr 2000 ihren Bücherbestand grob schätzen. Danach besaß jeder zweite Haushalt mehr als 50 Bücher – acht Jahre vorher war es nur ein Drittel. Christoph Drösser

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