DIE ZEIT: Herr Schmidt, Sie waren ein Jahr lang auf Reisen rund um die Welt, unter anderem in Neuseeland, Singapur und auf Hawaii.

Harald Schmidt: Ja, ich bin da richtig in einen Rausch geraten. Man lernt ja auch die unglaublichsten Menschen kennen, Reiseprofis, die man auf den ersten Blick total unterschätzt. Zum Beispiel ein Mütterchen aus Duisburg, das mit ihren 84 Jahren in einem Anzeigenblatt eine Reise von Southampton nach New York mit anschließender Busfahrt nach Toronto für 900 Euro entdeckt hat. Ihre Enkel haben sie gewarnt: Oma, das ist ein Trick, die legen dich rein, mach es nicht. Die ist trotzdem los. Kein Wort Englisch. Den Tee im Restaurant hat sie so bestellt: "He! Tee!" Hat funktioniert! Von ihr habe ich auch den Satz gehört: "Am liebsten fahre ich auf der Ostsee, die russischen Kreuzfahrtschiffe sind noch richtig getriezt."

ZEIT: Seit einigen Wochen sind Sie zurück in Deutschland und wieder auf Sendung.

Schmidt: Es ist etwas Merkwürdiges passiert: Zum ersten Mal in meiner Karriere mache ich Quote, knapp zwei Millionen Zuschauer im Schnitt. Ich hatte mit einer Million gerechnet, und jetzt das. Und unsere Zuschauer sind im Schnitt zehn Jahre jünger als der Durchschnitt in der ARD.

ZEIT: Sie wirken verblüfft.

Schmidt: Ich bin wahnsinnig überrascht. Ich glaube, in der Branche wird deshalb viel in die Tischkante gebissen. Nehmen Sie die erste Sendung im Dezember. Da wurde gemeckert, weil ich wirklich sehr entspannt aus der Südsee zurückkam, aber die Einschaltquote von über fünf Millionen saß.

ZEIT: Trotz Ihres Zottelbarts?