Die Deutsche Bahn AG und die Gewerkschaften haben bei den Tarifverhandlungen für die 140.000 Bahn-Beschäftigten eine Einigung erzielt. Das Beschäftigungsbündnis werde verlängert, so dass die Bahn bis Ende 2010 auf betriebsbedingte Kündigungen von Mitarbeitern mit mindestens fünf Jahren Betriebszugehörigkeit verzichte, teilten die Tarifparteien am Montagabend in Berlin mit.Zudem erhalten Mitarbeiter vom 1. Juli an für zwei Jahre einen monatlichen Zuschlag von 50 Euro, danach werden die Entgelte linear um 1,9 Prozent erhöht. Im Gegenzug müssen die Mitarbeiter ohne Lohnausgleich länger arbeiten: Die Wochenarbeitszeit steigt um eine Stunde auf 39 Stunden, ein Urlaubstag fällt weg.Die Vorsitzenden der Gewerkschaften Transnet und GDBA, Norbert Hansen und Klaus Dieter Hommel, werteten den Abschluss nach monatelangen Verhandlungen als "ausgewogenen Kompromiss und Erfolg für die Beschäftigten". Damit sei ein "solides Zukunftsprogramm" auf den Weg gebracht worden. "Das ist ein Durchbruch in der Bahn-Geschichte", sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn am Montagabend nach gut fünfstündigen Verhandlungen in Berlin. "Wir haben für die Bahn einen ganz wichtigen Schritt in Richtung Wettbewerbsfähigkeit gemacht."Nach Angaben der Bahn wird die geforderte Entlastung der Arbeitskosten um 5,5 Prozent durch die Erhöhung der Arbeitszeit erreicht. Durch die Ausweitung und Verlängerung des Ende 2004 ausgelaufenen Beschäftigungsbündnisses biete die Bahn ihren Mitarbeitern "Beschäftigungsperspektiven in wirtschaftlich schwierigen Zeiten", sagte Peronalvorstand Norbert Bensel. "Dies ist ein positives Signal für Deutschland."Zu der Einigung gehöre auch die Einführung einer Mitarbeiterbeteiligung, die rückwirkend schon für 2004 gelten solle, erklärte Mehdorn; für das abgelaufene Jahr betrage die Beteiligung 100 Euro.