UN-Soldaten haben nach eigenen Angaben rund 60 Milizionäre im Nordosten Kongos getötet. Wie UN-Sprecher Oberst Dominique Demange am Mittwoch mitteilte, fand das Gefecht am Dienstag etwa dreißig Kilometer von Bunia entfernt statt, der größten Stadt der Provinz Ituri. In diesem Gebiet wurden am vergangenen Freitag neun Blauhelmsoldaten in einem Hinterhalt getötet. Es war der bislang schwerste Angriff auf UN-Truppen in dem Land gewesen. Auch diesmal sei der Angriff von den Miliz-Kämpfern ausgegangen. "Im Einsatz wurden wir beschossen, also haben wir umgehend das Feuer erwidert", sagte Demange.

Die Blauhelmsoldaten der UN-Mission Monuc (Mission de l' Organisation des Nations unies en République démocratique du Congo) seien von zwei Transporthubschraubern und gepanzerten Fahrzeugen unterstützt worden, berichtete die UN.

Rund 17.000 UN-Soldaten haben für Kongo das sogenannte robuste Mandat nach Kapitel Sieben der UN-Charta bekommen. Die Blauhelmtruppe soll dafür sorgen, dass es eine funktionierende Regierung und nationale Armee gibt. Zur Erfüllung der Aufgaben darf sie auch schießen. In der Demokratischen Republik Kongo, dem ehemaligen Zaire, herrscht eine der tödlichsten Krisen seit dem Zweiten Weltkrieg. Während eines inzwischen fünf Jahre andauernden und sehr unübersichtlichen Bürgerkrieges sind wahrscheinlich über drei Millionen Menschen an den Folgen des Krieges gestorben.