Alarm! Neue Rinderseuche droht, Millionen Rinder müssen gekeult werden, Forscher und Politiker werfen Ministerin Renate Künast schwere Versäumnisse vor. Dies posaunte Bild am Sonntag ( BamS ) jüngst hinaus und fand ein breites Medienecho. Verursacher der Seuche sei das MAP-Bakterium, das bei Rindern Paratuberkulose und bei Menschen die tückische Darmkrankheit Morbus Crohn hervorrufen könne, es stecke in Roh- und Muttermilch.

"Das ist unverantwortliche Panikmache", sagt ein Sprecher der Deutschen Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung DCCV. Die Alarmmeldung fasse seit Jahren bekannte Außenseitermeinungen zusammen. Auch einer der Kronzeugen für den BamS -Alarm, der SPD-Agrarexperte Wilhelm Priesmeier, distanziert sich von "Horrorszenarien" in der "etwa 100 Jahre alten" Streitfrage, ob diese Rinderkrankheit auch auf Menschen übergehe. Er trinke "weiterhin Milch". Auch die DCCV rät den erkrankten Müttern, Babys zu stillen. Schweden hat längst paratuberkulosefreie Rinder - doch die Rate der Morbus-Crohn-Erkrankungen ist dort so hoch wie bei uns.