computer Vom Trend, den keiner kenntSeite 2/2

Jetzt will Intel einen kleinen Computer vorstellen, der passgenau im Autoradioschacht verschwindet. Auch dieser kleine Kerl wird immer noch von Pentium-Witzen verfolgt. Was die Zukunft der Prozessoren anbelangt, so sind IBM, Sony und Toshiba mit ihrem Cell-Prozessor diesmal die Stars – auch wenn es eigentlich nichts zu sehen gibt. In dem daumengroßen Chip arbeitet ein Hauptprozessor mit acht weiteren Rechnern zusammen, deren Leistungsfähigkeit jeweils das Zehnfache des alten P6 locker übersteigt. Solche Rechenkräfte braucht man zum ruckelfreien Abspielen von Videos und zum Zocken auf der Spielkonsole. Zum Schreiben von Cebit-Trendtexten war ein einfacher P6 schon 1995 schwer überdimensioniert.

Wie die meisten Trendberichte verpasste auch der Report von der Cebit 95 den eigentlichen Knüller. Ganz unscheinbar hatten am Stand der Firma Unisys Vertreter der israelischen Firma Vocaltec einen Computer aufgestellt und ein »Internet Phone« installiert. Damit konnte man Computer in aller Welt anrufen und über Kopfhörer und Mikrofon telefonieren. Die Sprache wurde in kleine Datenpäckchen zerlegt und übers Internet verschickt. »Nun spricht das Netz«, hieß es auf der ZEIT- Computerseite. Heute ist diese Technik unter dem Kürzel VoIP (Voice over Internet Protocol) eines der wichtigsten Messethemen. Die meisten Firmen haben ihre Telefonanlagen umgestellt und telefonieren über billige Internet-Leitungen, Endanwender nutzen Software wie Skype, die die Internet-Telefonie obendrein verschlüsselt. Was der israelische Arzt Elon Ganor erfand, um möglichst billig mit Aids-Forschern in Afrika telefonieren zu können, ist zu einem Weltstandard geworden.

 
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