Landwirtschaft Start-up im StallSeite 2/2

Multifunktionale Landwirtschaft heißt das Zauberwort. Denn nur wer eine Nische findet, kann so viel Geld verdienen, dass er die Pacht zahlen kann. Genügend Geld, um einen Hof zu kaufen, bringen die wenigsten mit. Eine andere Möglichkeit, die vor allem Ökoverbände wie Demeter erkunden, ist, den Betrieb in eine gemeinnützige Stiftung oder einen Verein umzuwandeln.

Doch die Behörden tun sich bislang schwer mit Hofübergaben außerhalb der klassischen Erbfolge. In den Landwirtschaftskammern und Agrarverwaltungen herrscht immer noch das Leitbild »Wachsen oder weichen«: Jeder, der aufgibt, hilft dem Nachbarn, seinen Hof zu vergrößern und so fit für den Weltmarkt zu machen. Doch der Preisverfall der letzten Jahre hat selbst die großen industrialisierten Höfe in ihrer Existenz gefährdet; allein auf Masse zu setzen hilft nicht. Das könnte die Chance für die Neueinsteiger sein.

Bislang gibt es nur wenig Erfahrung, wie ein Start-up in der Landwirtschaft gelingen kann. 1997 hat der Betriebsberater Burkhardt Heckmann eine Hofbörse im Rahmen der hessischen Agrarverwaltung gegründet – dem Beispiel sind andere Bundesländer gefolgt. Heckmann versucht, Bauern ohne Nachfolger und junge Bauern ohne Hof zusammenzubringen. Obwohl er sich als Berater und Agrarseelsorger in einem versteht, gelingen ihm gerade zwei bis vier Abschlüsse pro Jahr. Dabei scheitert es oft nicht am Geld, sondern am Selbstverständnis der Bauern. Noch tun sich viele schwer, ihren Hof, der oft jahrhundertelang im Familienbesitz war, in fremde Hände zu geben. »Wenn aber das Menschliche stimmt, dann gehen die abgebenden Bauern oft bis zu 30 Prozent mit dem Preis runter.«

 
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  • Quelle (c) DIE ZEIT 03.03.2005 Nr.10
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  • Schlagworte Landwirtschaft | Aldi | Hamburg | Startups
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