Heimkehr Zurück in Italien

Giuliana Sgrena ist nach Rom zurückgekehrt

Sie hat es geschafft. Giuliana Sgrena ist in ihre Heimat Italien zurückgekehrt; verletzt und deutlich geschwächt. Nach der Landung auf dem römischen Flughafen Ciampino waren zunächst Sicherheitsbeamte, ihr Lebensgefährte, Kollegen und Ministerpräsident Berlusconi an Bord gegangen. Lange Minuten verstrichen, ehe die Journalistin das Flugzeug verließ. Dabei musste sie von mehreren Helfern gestützt werden. Mit einem Ambulanzwagen wurde Sgrena anschließend in ein römisches Militärkrankenhaus gefahren. Hier soll sie am Schlüsselbein operiert werden, berichten italienische Medien.

Sehnsüchtig hatten Angehörige, Freunde und Kollegen die Rückkehr der 56-Jährigen erwartet. Doch seit der Bestätigung ihrer Freilassung am Freitagabend hatten zum Teil widersprüchliche Meldungen verwirrt. Zunächst war nicht klar gewesen, wann die vor einem Monat im Irak entführte Journalistin in Rom eintreffen würde. Denn nach der ersten Freude über das Ende der Geiselnahme wurde diese sogleich getrübt. Es war bei der Fahrt von Sgrenas Konvoi in Richtung Flughafen zu einem Beschuss durch US-Soldaten gekommen. Ein Italiener wurde getötet. Der Geheimdienstmitarbeiter Nicola Calipari hatte zuvor die Freilassung Sgrenas verhandelt und wurde erschossen, als er sich schützend vor die Journalistin warf. Diese und ein weitere Italiener wurden leicht verletzt. Zunächst hieß es, Sgrena sei an der Schulter getroffen worden, dann, die Lunge sei verletzt.

Trauer um getöteten Befreier

Inzwischen wurde bekannt, dass insgesamt 400 Kugeln auf das Fahrzeug mit den Italienern abgefeuert worden waren. Laut Pentagon sei es zum Vorfall gekommen, da der Wagen mit hoher Geschwindigkeit auf eine Straßensperre zugerast sei – trotz mehrerer Warnschüsse. Dies sagte Pentagonsprecher Slaju Thomas. Der genaue Vorfall werde untersucht, und bereits am heutigen Abend wird US-Botschafter Mel Sembler mit der italienischen Regierung die Hintergründe erörtern. US-Präsident George W. Bush hat sich inzwischen bei dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi entschuldigt und sein Beileid ausgesprochen.

Melanie Ruprecht

 
  • Serie sgrena
  • Quelle (c) ZEIT.de, 05.03.2005
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