Die schwarze Silhouette einer tanzenden Frau, die zwei weiße Kopfhörer in den Ohren und einen MP3-Player um den Hals hängen hat. Wer kennt nicht dieses Werbeplakat von Apples iPod Shuffle. Im ersten Augenblick überrascht es kaum, dieses Plakat auf der CeBIT in Hannover zu sehen, immerhin der größten ITK-Messe der Welt. Doch im nächsten Moment wird der Betrachter realisieren, dass er sich nicht am Stand von Apple befindet: Die Firma mit dem Apfel als Wahrzeichen ist nicht in Hannover vertreten, weil sie sich einige Wochen vorher auf einer eigenen Messe in Kalifornien präsentiert. Wer präsentiert also dann den iPod Shuffle ? Es ist die Firma LuxPro aus Taiwan und der vorgestellte MP3-Player heißt Super Shuffle . Nicht nur der Name weißt große Ähnlichkeiten zum Original auf, sondern auch die Formgebung. Er besteht aus weißem Plastik und hat ein identisches Controll Pad. Länge und Weite entsprechen exakt dem iPod, allerdings ist der Super Shuffle etwas dicker, weil er auch ein Radio und einen Rekorder beinhaltet. Es gibt ihn ebenfalls in zwei Ausführungen mit 512 MB und 1 GB. Die Rückseite ist auch in etwa gleich gestalltet. Das aber selbst die Werbung geklaut ist, überrascht sogar diejenigen, die solche Plagiate schon häufiger auf der Messe gesehen haben. Ein Halleninspektor sagt, dass bereits viele Stände wegen solcher Kopien geschlossen worden sind. Ein Ärgernis auch für Frank Zierenberg vom International Forum Design (iF), das jährlich Preise für gutes Design vergibt und den iPod mit einem Golden Award ausgezeichnet hat. "In China ist eine gute Kopie so viel wert wie das Original", sagt Zierenberg, der sich schon häufiger mit asiatischen Plagiaten auseinandergesetzt hat.Der Firmenchef von LuxPro, Fu-Jim Wu, der zunächst behauptet hat, es handele sich um ein vollkommen eigenständiges Design, vergleicht die MP3-Player mit einer Schachtel Zigaretten: "So eine Schachtel sieht auch immer gleich aus, hat aber immer einen anderen Inhalt." Darüber hinaus betont er, dass die Software und das Logo schließlich nicht kopiert worden seien und gibt damit indirekt zu, was für jeden Menschen mit zwei Augen ohnehin offensichtlich ist: Der Rest, vom Namen über das Design bis hin zur Werbung, wurde geklaut.