Alarm! Neue Rinderseuche droht, Millionen Rinder müssten gekeult werden, Forscher und Politiker werfen Ministerin Renate Künast schwere Versäumnisse vor. Dies posaunte Bild am Sonntag (BamS) jüngst hinaus und fand ein breites Medienecho. Verursacher der Seuche sei das MAP-Bakterium, das bei Rindern Paratuberkulose und bei Menschen die tückische Darmkrankheit Morbus Crohn herrvorufen könne, es stecke in Roh- und Muttermilch. Das ist unverantwortliche Panikmache, sagt ein Sprecher der Deutschen Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung DCCV. Die Alarmmeldung fasse seit Jahren bekannte Außenseitermeinungen zusammen. Auch einer der Kronzeugen für den BamS-Alarm, der SPD-Agrarexperte Wilhelm Priesmeier, distanziert sich von Horrorszenarien in der etwa 100 Jahre alten Streitfrage, ob diese Rinderkrankheit auch auf Menschen übergehe. Er trinke weiterhin Milch. Auch die DCCV rät ihren erkrankten Müttern, Babys zu stillen. Schweden hat längst paratuberkulosefreie Rinder - doch die Rate der Morbus-Crohn-Erkrankungen ist dort so hoch wie bei uns.

Raucher leben kürzer - nicht nur, weil das Laster ihrer Gesundheit schadet, sondern auch, weil sie häufiger Selbstmordversuche unternehmen. Darauf weist eine amerikanische Studie hin, die fast 900 Personen während zwölf Jahren immer wieder zu ihren Rauchgewohnheiten befragt hatte (Archives of General Psychiatry, März 2005). Dass Menschen mit psychischen Problemen - etwa Depressionen - bekanntermaßen häufiger rauchen als andere und auch öfter Selbstmord begehen, dürfte hierbei keine Rolle spielen: Dieser Zusammenhang wurde in der Auswertung berücksichtigt. Die Forscher haben noch keine Erklärung für das Ergebnis ihrer Studie gefunden. Menschen, die das Rauchen Jahre zuvor aufgegeben hatten, zeigten übrigens keine überhöhte Suizidneigung.

Ohrwürmer können nerven. Wenn sich vertraute Melodien im Kopf einfach nicht abstellen lassen, dann sind bestimmte Nervenzellen in unserem Gehirn aktiv.

Dies konnten amerikanische Neuropsychologen in einem Experiment zeigen (Nature, 10. März 2005). Sie spielten ihren Probanden bekannte und unbekannte Lieder vor und sparten darin jeweils wenige Sekunden lange Stellen aus. Die Teilnehmer gaben an, Melodien, die ihnen sehr vertraut waren, in den stummen Pausen weiter zu hören. Gleichzeitig zeigte derjenige Bereich ihres Hirns, der für die Wahrnehmung auditiver Reize zuständig ist, eine erhöhte Aktivität - obwohl außerhalb ihres Kopfes nichts zu hören war. Bei unbekannten Melodien dagegen konnten die Forscher dieses Muster nicht finden.