Forschung braucht Logik. Deutsche Forschungspolitik spottet oft jeder Logik.

Fall 1: Am 14. März erhält der Schöpfer des Klon-Schafs Dolly, Ian Wilmut, in der Frankfurter Paulskirche den hoch angesehenen Paul Ehrlich-Preis. Wilmut will künftig menschliche Embryonen klonen, um Erbkrankheiten zu erforschen.

In Deutschland wäre dies verboten. Der Paul Ehrlich-Preis wird zur Hälfte vom Bund finanziert (siehe Seite 38).

Fall 2: Joachim Schiemann von der Biologischen Bundesanstalt hatte mit 20 Forschern aus anderen Instituten ein Projekt ausgetüftelt, um die Sicherheit genveränderter (transgener) Pflanzen zu verbessern - durch Entfernen potenziell riskanter Gene. Konkret ging es um Gene für die Resistenz gegen Antibiotika. Diese helfen beim Herstellen transgener Pflanzen, sind aber umstritten: Die Antibiotikaresistenz könnte in die Umwelt gelangen, etwa auf Mikroben übergehen. Schiemanns neue Technik hätte das Resistenzgen herausgeschnitten und das Risiko beseitigt. Bravo! Das Bundesforschungsministerium bewilligte dafür Drittmittel. Doch Renate Künast untersagte ihrem Untergebenen Schiemann diese Forschung.

Einzelfälle? Mitnichten. Der Zickzackkurs in der Biopolitik hat Tradition.

Mag der Kanzler Innovationen und sein Wirtschaftsminister Revisionen von Gentechnik- und Stammzellgesetz fordern, die Forschungsbremsen glühen heiß.

Der jüngste rot-grüne Entwurf einer Gentechnik-Beobachtungsverordnung zum Beispiel ist eine Steilvorlage für bürokratische Verhinderung neuer Technik.