Erst die Wahlschlappe der Partei, dann der Putsch des Alten. Schon ist der Pate des europäischen Rechtspopulismus, Jörg Haider, der fast Vergessene, wieder im Gespräch. Seine FPÖ - zurzeit von seiner Schwester geführt - wurde soeben in der Kommunalwahl im schwarzen Niederösterreich von 7,87 auf 3,31 Prozentpunkte dezimiert. Bitter, aber zugleich ein willkommener Anlass für Haider, die Parteispitze zu säubern. Dass die Opfer dieser Aktion einst seine rabiatesten Vasallen waren, spielte keine Rolle. Jetzt redet Haider von einer Neugründung der FPÖ. Klar, dass alle, die den Putsch überlebt haben, mitmachen. Schließlich soll die FPÖ in der Regierung bleiben.

Für den christdemokratischen Kanzler Wolfgang Schüssel, so kurios ihm sein Koalitionspartner auch vorkommt, versteht sich das von selbst. Nicht ganz zu Unrecht hält er diese FPÖ, die sich von einer Rechtsbewegung zum rechten Komödienstadl entwickelt hat, für sein eigenes Werk. Er hat sie in die Regierung geholt, Haider selbst draußen gelassen (ohne den EU-Partnern je für ihre Sanktionen gedankt zu haben, mit denen sie ihm das erleichtert haben) und so dafür gesorgt, dass die FPÖ nach pompösem Anfang immer weiter an Wirkung wie an Popularität verlor.

Das will Haider jetzt ändern. Ein Neuanfang! Haiders Aufstieg und Wiederkehr?

Eher die Wiederholung der Geschichte als Farce.