Autos gibt es, die können besser rechnen als ihre Fahrer. Sie reagieren zuverlässiger und orientieren sich schneller als der Mensch. Daran haben wir uns schon gewöhnt. Aber Achtung: Jetzt kommt der Senso, das Auto mit Gefühl. Der Schweizer Konstrukteur Frank Rinderknecht, Chef der Konzept- und Tuningschmiede Rinspeed, hat es soeben auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt.

Steigen Sie ein, lehnen Sie sich zurück. Eine Armbanduhr misst Ihre Pulsfrequenz. Eine Kamera registriert, wie häufig Sie die Spur wechseln und wie dicht Sie auf ihren Vordermann auffahren. Aus diesen Daten errechnet der Bordcomputer Ihren Gemütszustand. Was das soll? Rinderknecht geht es - so versichert er immer wieder - um die Sicherheit auf der Straße. Und das größte Sicherheitsrisiko sind Fahrer, die ihr Gemüt nicht im Griff haben - adrenalindurchflutete Verkehrsrowdies ebenso wie sekundenschlafende Schnarchfahrer. Rinderknechts Auto reagiert und reguliert. Stellt der Bordrechner eine Ermüdung fest, rütteln Motoren im Sitz den Fahrer wach.

Aggressive Raser werden mit besänftigenden Vanilledüften aus der Lüftung und zarten Klängen aus der Stereoanlage beruhigt. Vier LCD-Bildschirme zeigen je nach Verfassung des Fahrers stimulierende (Orange/Gelb) beruhigende (Blau/Violett) oder neutrale (Grün) Farbmuster. Und dank einer so genannten Smart Surface Technology kann das gesamte Cockpit die zum Seelenzustand passende Hintergrundfarbe annehmen. Auch den Psychofaktor Beifahrer hat der Schweizer Konstrukteur berücksichtigt und deren Sitze kurzerhand schräg hinter dem Piloten installiert. Sollte doch noch etwas schief gehen, ruft der Wagen bei Unfall oder Diebstahl selbstständig Hilfe herbei.

Nur eine Gemütsregung hat der Entwickler offenbar nicht vorhergesehen: Der Senso, so wird Rinderknechts 13-jährige Tochter Jenna in der deutschen Ausgabe des Magazins Technology Review zitiert, sei das hässlichste Auto, das ihr Vater je gebaut habe.