DIE ZEIT: Als Sie im Jahr 2002 an die Spitze von VW getreten sind, schrieb das Unternehmen Rekordgewinne. Im Jahr 2004 verdiente der Konzern nicht einmal mehr halb so viel, und es gibt an allen Ecken Probleme. Haben Sie damals geahnt, dass der Job so hart werden würde?

Bernd Pischetsrieder: Nicht mein Job ist hart, das Automobilgeschäft wurde noch härter. Gravierende Entscheidungen wirken sich immer erst nach drei, vier Jahren aus - sowohl beim Modellangebot als auch in den Finanzzahlen.

Viele Marktbedingungen haben sich verändert, auf die auch unser Unternehmen reagieren musste. Vieles ist schon auf den Weg gebracht. Ein harter Teil des Jobs liegt also schon hinter uns ...

ZEIT: Das erstaunt doch. In den USA erleidet VW schwere Verluste, in China ist der Marktanteil abgestürzt, die Luxuslimousine Phaeton steht wie Blei bei den Händlern, und der neue Golf benötigte massive Starthilfe, damit er ins Laufen kam. Ist wirklich überall schon Besserung in Sicht?

Pischetsrieder: Keinesfalls, aber Sie müssen die einzelnen Fakten schon differenziert betrachten. Zum Beispiel ist der Golf jetzt wieder das meistverkaufte Automobil in Europa. Was die USA betrifft, stand schon vor 2002 fest, dass 2004 ein äußerst schwieriges Jahr wird, weil der unglückliche Produktzyklus die beiden wichtigsten Autos für den US-Markt, Jetta und Passat, gleichzeitig auslaufen ließ. Hinzu kam das Pech mit dem gleichzeitig schwachen Dollar ...

ZEIT: Dagegen hatten sich andere Hersteller rechtzeitig abgesichert.

Pischetsrieder: Als ob das ein grundsätzliches Problem lösen würde! Um das Währungsrisiko zu vermindern, haben wir schon lange beschlossen, die Produktion des Jetta in Mexiko auszubauen. Auch durch verstärkten Einkauf im Dollarraum lässt sich die Handelsbilanz zwischen Dollar und Euro besser ausbalancieren. Das ist nachhaltig - Währungssicherung ist nur ein zeitlich begrenzter Puffer.