Die CeBIT ist ein großer Basar, auf dem die großen Firmen dem Publikum im Erdgeschoss ihre neuen Produkte anpreisen und die Geschäftsmänner in der oberen Etage ihre Deals aushandeln. Wirkliche Visionen, die in die Zukunft blicken lassen, präsentieren stattdessen die Universitäten: Wovon Forscher und Studenten träumen.

Schutz vor Online-Bankräubern
Ein neues Sicherheitskonzept fürs Homebanking hat die Fachhochschule Südwestfalen entwickelt. Die notwendige Software arbeitet nicht mit dem auf dem Rechner installierten Betriebssystem, sondern nutzt eine Programm-CD, die weder beschrieben noch gelesen werden kann. Die zu schreibenden Daten werden auf einem austauschbaren Wechselträger, z.B. einem USB-Stick, gespeichert und nach der Transaktion vom PC entfernt.

Torjubel der Technik
Was man so alles mit Robotern anstellen kann, zeigen die Studenten der RWTH Aachen: Sie lassen ihre Blechkameraden Kokosnuss-Rugby spielen. Die unterhaltsame Idee, die aus der Welt von Futurama stammen könnte, zeigt, wie weit sich die Technik für Bildverarbeitung, Infrarot-Sensorik, Kontaktsensoren usw., entwickelt hat.

Eines für alles
Wer beim Fernsehgucken aus Versehen zum Handy griff, um sich durch eine Werbepause zu zappen, wird Gefallen an der Entwicklung der TU-Chemnitz finden. Die Forscher haben das Mobiltelefon mit einer intelligenten Schnittstelle versehen, mit der verschiedenste Endgeräte bedient werden können. Mit einem bluetooth-fähigen Handy können somit nicht nur Modellautos gesteuert, sondern auch verriegelte Türen geöffnet werden. Das kleine Gerät sorgt so für weitere Platzersparnis: Es ist Telefon, Fotoapparat, Walkman und Haustürschlüssel. Nur trinken kann man es noch nicht.

Farbstoffe als Speicher
Die Philipps-Universität Marburg experimentiert mit Pigmenten, den biologischen Farbstoffen, die unter anderem unsere Hautfarbe bestimmen. So wechselt das Pigment Bakteriorhodopsin beim Scannen oder Kopieren von Gelb nach Lila und kann so Geldscheine fälschungssicher machen. Außerdem besitzt es eine Speicherkapazität von einem Megabit pro Quadratzentimeter.

Augenwischerei
Jeder Mensch nimmt das, was er sieht, anders wahr als seine Mitmenschen, die das Gleiche anschauen. Welche Teile eines Bildes im Bewusstsein des Betrachters ankommen, macht die TU Dresden mit einem berührungslosen Eyetracking-System sichtbar. Es ermittelt die Blickposition und lässt Aufmerksamkeitslandschaften entstehen, aus denen sich wiederum Sinnbilder ableiten lassen. Die subjektive Wahrnehmung von ganzen Gruppen kann damit objektiv dargestellt werden. Besonders die Entwickler von Werbeanzeigen dürfte dies interessieren.

Nomen est Omen
Image-Pflege ist alles, denn so manches Unternehmen lebt eigentlich nur von seinem Ruf. Und damit eine Marke auch weiterhin hip bleibt, muss die allgemeine Stimmung immer im Auge behalten werden, um bei Fehlentwicklungen entgegenwirken zu können. Deshalb hat die Universität des Saarlandes ein neues Instrument zur Medienanalyse entwickelt, das die Online-Medien und Diskussionsforen im Internet beobachtet, um Sprache und Schlagwörter auszuwerten. Es erkennt, ob die Berichte einen negativen Unterton bekommen und gibt Warnmeldungen an die Firmen. Es sorgt damit auch dafür, dass die Beiträge auch von den Richtigen gelesen werden.