Ein Streik hat den Berufsverkehr in vielen Regionen Frankreichs zum Erliegen gebracht. In Paris und den meisten anderen großen Städten des Landes blieben viele Busse und Bahnen in ihren Depots. Auf dem Pariser Flughafen Roissy fiel jeder vierte Flug aus, auf dem Pariser Flughafen Orly waren es sogar drei von vier Flügen. Die Betreibergesellschaft ADP riet allen Passagieren, sich zu erkundigen, ob ihr Flug gesichert ist.

Auch die Beschäftigten der Post, von France Télécom und dem Energieversorger EDF wollen sich an dem Ausstand beteiligen. Die Gewerkschaften haben zudem Lehrer und Staatsbeamte aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Die Organisatoren des Streiks hoffen auf eine halbe Million Teilnehmer bei Demonstrationen überall im Land.

Die Proteste richten sich gegen geplante Lohnsenkungen und den Stellenabbau in Betrieben. Auch die 35-Stunden-Woche wollen die Gewerkschaftler verteidigen. Sie machen angesichts von Rekordgewinnen einiger börsennotierter französischer Konzerne gegen den schleichenden Kaufkraftverlust, die Streichung von Arbeitsplätzen und die Aushöhlung der gesetzlichen 35-Stunden-Woche mobil. Die Gewerkschaften werfen der konservativen Regierung unter Premierminister Jean-Pierre Raffarin vor, mit seiner Sparpolitik nur die Armen zu treffen und die Arbeitslosigkeit im Januar erstmals seit fünf Jahren auf zehn Prozent getrieben zu haben.

Noch ist unklar, wie viele Beschäftigte der Privatwirtschaft sich an den Protesten beteiligen werden. Im Gegensatz zum öffentlichen Dienst ist der Organisationsgrad der Mitarbeiter in der Privatwirtschaft relativ niedrig. Einer Umfrage zufolge unterstützen zwei Drittel der Franzosen den "nationalen Aktionstag". Bislang will Raffarin dem Druck der Demonstranten aber nicht nachgeben.