Sozialdemokraten und Grüne haben sich in Schleswig-Holstein geeinigt, ihre von Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) geführte Koalition fortzusetzen. "Der Koalitionsvertrag ist für uns unterschriftsreif", sagte Sven Kaerkes, Sprecher der SPD, nach der mehrstündigen Sitzung in der Nacht zum Freitag. Der Koalitionsvertrag wird nun dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW) zum Abschluss eines Tolerierungsvertrages vorgelegt. Die Partei der dänischen Minderheit will eine rot-grüne Minderheitsregierung in Kiel unterstützen. SPD und Grüne brauchen die beiden SSW-Stimmen für eine Mehrheit im Landtag.

Bis zuletzt waren sich SPD und Grüne vor allem hinsichtlich der Finanzierung bei der auch vom SSW angestrebten Umstellung auf eine Gemeinschaftsschule für alle Kinder bis zur neunten oder zehnten Klasse uneinig. Als Vorbild dieser Bildungsreform gilt das skandinavische Schulmodell. Ein weiterer Streitpunkt in den Gesprächen war die Zukunft des Kieler Flughafens.

Am kommenden Donnerstag soll Simonis nun abermals zur Ministerpräsidentin gewählt werden. Ihr christdemokratischer Gegenkandidat im Wahlkampf, Peter Harry Carstensen, wird ebenfalls antreten. Die CDU hatte bei der Landtagswahl am 20. Februar eine Mehrheit mit der FDP nur knapp verfehlt. Sie stellt seitdem die größte Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag. Noch offen ist, ob Simonis ihr Kabinett verändern wird. Dabei geht es unter anderem um den Posten von Wirtschaftsminister Bernd Rohwer (SPD).