Es hilft nur Blech, wo Blech herrscht. In Robots, dem neuen Werk des Animationsfilmers Chris Wedge (Ice Age) werden keine futuristischen Objekte und kein kühn digitaler Illusionsraum animiert, sondern furchtbar liebenswertes Altmetall im Art-déco-Design. Statt zeitgemäßer Verblendung also Ideologie der guten, alten Zeit. Die allzu menschlichen Roboter-Subjekte mit James-Stewart-Seele sind digital aus dem Geschirr der Roosevelt-Jahre, aus fordistischen Haushaltsmaschinen und Auto-Zierrat der dreißiger bis fünfziger zusammengeschraubt. Doch, oh, in der Welt der Roboter verdrängen profitgierige Parvenüs den gütig kugelbäuchigen Patriarchen. Der altmodischen Automaten-Unterschicht gehen die Ersatzteile aus, ein Großkonzern und dessen kalter Kapitalismus lassen ihnen nur die Wahl zwischen Schrottpresse und einem kostspieligen Update. Eine Attacke auf Biopolitik und Ultrakapitalismus? Nein, wir wollen nur unseren alten Kaiser Wilhelm wiederhaben, nämlich die Kreuzung aus Teekanne und Dirk Bach, die mit der Stimme von Wolfgang Völz die Verhältnisse repariert. Dann ist das Leben als Alteisen wieder sinnvoll. Fragen zum Wert dieses Lebens bleiben: Warum ist der Tod einer redenden Straßenlaterne in Robots ein Witz, das drohende Ende von Geschirr aber eine Tragödie? Der Rest sind Stereotype: etwa der hektisch-komische schwarze Sidekick des jugendlichen Helden und dessen weißes Streber-Englisch. Oder die Loser-Proletin mit Herz und losem Mundwerk und die Roboterin fürs Leben, die ihre süße Blechfresse hält. Schließlich sollen ja Kinder verstehen, dass es unter Robotern so zugeht wie im richtigen Leben. Wodurch beides seine Richtigkeit bekommt.