Kriminalisten können bald mit Röntgenstrahlen auf die Spurensuche gehen: Der Chemiker Chris Worley vom Los Alamos National Laboratory in New Mexico hat eine Methode entwickelt, mit der sich Fingerabdrücke einfacher und schonender untersuchen lassen. Verdächtige Materialproben werden mit einer so genannten Mikroröntgen-Fluoreszenz-Technik analysiert, die Spuren von Natrium, Kalium und Chlorid sichtbar macht. Diese Salze scheidet der Mensch aus, wenn er schwitzt - sie lagern sich in den feinen Rillen seiner Finger ab und liefern auf diese Weise den Fingerabdruck. Damit werden auch Spuren auf Textilien, Holz oder menschlicher Haut sichtbar, die mit der herkömmlichen Methode - dem Auftragen von Puder auf eine Oberfläche - manchmal nur schwer zu erkennen sind. Einziger Nachteil der neuen Technik: Der verdächtige Gegenstand muss ins Labor geschafft werden - am Tatort selbst ist keine Analyse möglich.

Bergluft lässt uns länger leben, glauben griechische Forscher (Journal of Epidemiology and Community Health, Bd. 59, 2005): Sie verglichen über einen Zeitraum von 15 Jahren die Gesundheit von Dorfbewohnern, die in über tausend Meter Höhe lebten, mit jenen, die im Tal wohnten. Bei ähnlichen Lebensbedingungen und unter Berücksichtigung eventueller Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen zeigte sich, dass in den Bergen die Lebenserwartung insgesamt höher ist als im Flachland. Die Forscher vermuten, dass die Bergbewohner leistungsfähigere Herzen haben - etwa, weil sie häufiger bergauf gehen müssen oder weil sich ihr Körper an den niedrigeren Sauerstoffgehalt der Luft anpasst.

Altersblindheit geht zu einem Teil auf die Mutation eines Gens zurück, das amerikanische Forscher jetzt auf dem Chromosom 1 identifizieren konnten (Science, Online-Ausgabe vom 10. März 2005). Normalerweise veranlasse das Gen die Produktion eines Proteins, das Angriffe auf das Immunsystem abwehrt. Wenn diese Funktion gestört ist, stelle dies ein großes Risiko für Altersblindheit dar, so die Forscher. Bei dieser Augenkrankheit verkümmert die Makula, der Ort des schärfsten Sehens im Auge. Meist erkranken Menschen über 60. Sie verlieren ihre Sehkraft oft nicht komplett, das zentrale Sehfeld ist aber stark beeinträchtigt. Anders als bei anderen Augenerkrankungen gab es bisher kaum Therapiemöglichkeiten - die Entdeckung des Gens könnte hier aber neue Möglichkeiten eröffnen.

Der Dracula unter den Fledermäusen, die Vampirfledermaus Desmodus rotundus, unterscheidet sich von anderen Fledermäusen nicht nur durch die Lieblingsspeise - frisches Blut -, sondern auch durch die Fortbewegungsart: Er kann sowohl fliegen als auch rennen (Nature, Bd. 434, S. 292). Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die fliegen - so gut, dass fast alle Arten das Laufen mit der Zeit verlernt haben. Der Blutsauger dagegen läuft leichtfüßig vor-, rück- und seitwärts. Außerdem kann die Vampirfledermaus mit einer Geschwindigkeit von mehr als zwei Metern pro Sekunde springen. Dazu nutzt sie ihre starken Vorderbeine, die gleichzeitig die Flügel bilden, um an Kraft zu gewinnen. Ihre Hinterbeine sind nur schwach ausgeprägt. Aus dieser ungewöhnlichen Art der Fortbewegung schließen die Tiermediziner Daniel Riskin und John Hermanson von der Cornell University, dass Desmodus rotundus diese Fähigkeiten im Laufe der Evolution wieder gelernt habe, um sich auch am Boden der Beute zu nähern. Andere Fledermausarten können am Boden lediglich kriechen.