Die Deutschen haben schon mal ein linguistisches Problem mit Glück. Dieses hat man nur, wenn der Dachziegel dicht danebenfällt. Glück im Sinne von Glückseligkeit ist irgendwie peinlich, weshalb wir uns auf Englisch fragen: Bist du happy? Wenn man aber den deutschen Menschen als solchen, also per Umfrage aushorcht, steht er glücksmäßig gar nicht so schlecht da - jedenfalls viel besser als die üble Laune wähnen lässt, die in Talkshows und Schlagzeilen produziert wird.

Das meldet eine frische Studie des Briten Richard Layard, die gerade als Buch - Die glückliche Gesellschaft - erschienen ist. Zwar gehören die Deutschen, weltmäßig gesehen, nicht zu den Allerglücklichsten - das sind die Iren, Schweizer, Dänen, Holländer und Kanadier. Aber sie tauchen bereits in der zweiten Abteilung (eher glücklich) auf, zusammen mit solch merkwürdigen Bettgenossen wie den Chinesen, Nigerianern und Guatemalteken. Die Amerikaner sind ebenso dabei wie die Australier, die meisten Lateinamerikaner und alle Länder von Old Europe.

Daraus könnte man folgern, dass Geld doch glücklich macht. Und auch nicht, denn Guatemala und Rumänien sind bettelarm und trotzdem sehr glücklich. Wo aber leben die Unglücklichsten? Quer durch Afrika, in Arabien und im Unterbauch der Exsowjetunion - in den -stan-Ländern. Woraus man schließen darf: Üble Regime = übel gelaunte Menschen. Und umgekehrt: So schlecht werden die ziemlich glücklichen Deutschen doch nicht regiert.

Politikverdrossenheit kommt jetzt auf den Index. Thank you, Mr. Layard.