So wie der Wolf die Erde besitzt und der Fisch den Ozean, wie die Vögel den Himmel und die Götter das Feuer besitzen, so muss auch der Mensch sein Element finden, das fünfte Element, das einzige, aus dem wir niemals ausgeschlossen sein werden. Die Kunst ist dieses Element, ohne das wir unser Leben lang, unglückliche Waisen, umherirren; ohne das wir uns von der Natur und vom Kosmos entfernen, weil wir taub, blind, gefühllos, unempfindlich werden.

Ich möchte den Kindern helfen, diesen Raum für sich zu entdecken, so wie jenen, den ich dank der Wölfe wiedergefunden habe.

Viele Menschen sind unsicher, was ihr Lebenszweck oder ihr Ziel sein könnte. Doch wer sich mit dem Leben tief verbunden fühlt, kann zugleich ganz und gar außer sich und ganz nah bei sich sein.

Jeder denkt, er sei anders. Aber letzlich tragen wir alle dieselben Ängste, Bedürfnisse und Gefühle in uns. Und wir haben sowieso keine andere Chance, als unseren eigenen Weg anzunehmen. Ihn zu erkennen, darum geht es.

Mein eigenes Leben wird stark durch Mobilität bestimmt. Das Leben ist so schizophren durch dieses ewige Kommen und Gehen. Mein größter Konflikt ist zugleich meine größte Angst: nicht ausreichend geben zu können, nicht allen das geben zu können, was sie erwarten. Manchmal berühren mich Begegnungen mit Menschen sehr, spüre ich die gleiche Wellenlänge und weiß doch, dass diese Freundschaften schon rein praktisch nicht lebbar sind. Auch wenn es Menschen gibt, mit denen man den Faden nach Jahren wieder an derselben Stelle aufnimmt, muss eine Freundschaft wie alles andere auch kultiviert werden, um zu wachsen.

Andererseits sage ich: Wenn das mein einziges Problem ist, dann bin ich bereit, diesen Preis zu zahlen. Zumindest kann ich Menschen das Gefühl geben, dass sie in diesem Moment für mich das Einzige sind, was auf der Welt existiert. Auch das haben mich die Wölfe gelehrt: in ihre Augen zu blicken, in sie hineinzuschauen.

Die Basis dafür ist die Fähigkeit zu einer tiefen Liebesbeziehung – etwas, wozu ich lange Jahre hindurch nicht imstande war. Heute, da ich es bin, weiß ich, wie viel Arbeit sie ununterbrochen erfordert. Einen großen Teil des Jahres in einer Fernbeziehung zu leben, so wie mein Freund Henry und ich, ist alles andere als selbstverständlich. Es verlangt ein ungeheures Maß an Vertrauen und die Fähigkeit, die Spannungen, die sich aus der langen Abwesenheit ergeben, zu atomisieren. Vielleicht ist der Grund, warum wir nach wie vor ein Paar sind, einer, den mich wiederum die Beziehung zu Wölfen gelehrt hat – halte nie etwas für selbstverständlich.