Ich würde sagen, diese Art der Paarbeziehung ist die größte Herausforderung für mich überhaupt. Die Fragilität dieses Systems erlaubt den Zweifel. Ich träume davon, genug zu lernen, um diesen Balanceakt ein Leben lang möglich zu machen. Und ich gebe zu: Sowohl die Utopie der ewigen Harmonie als auch die Gefahr des Scheiterns bergen ihre Reize. Letztlich geht es darum, jeden Fehler in noch mehr Kraft zu verwandeln.

Hélène Grimaud, 35, wurde mit 12 als Pianistin am Pariser Konservatorium aufgenommen. Mit 18 gab sie ihr Debüt unter der Leitung von Daniel Barenboim. Zeitgleich mit ihrer neuen CD – Sonaten von Chopin und Rachmaninow – erschien kürzlich ihre Autobiografie »Wolfssonate«. Die Wölfe sind ihre zweite große Leidenschaft. Nahe New York, wo sie mit ihrem Freund lebt, besitzt sie ein Wolfsgehege: Ihr Umweltprojekt Wolf Conservation Center. Sie träumt davon, jeden Fehler in Kraft zu verwandeln

Aufgezeichnet von Andrea Thilo