Nach zwölf Jahren im Amt der schleswig-holsteinischen Ministerpräsidentin und dem Wahldebakel vom Donnerstag will Heide Simonis sich nicht mehr zur Wahl stellen. Das kündigte sie am Freitagmittag in der SPD-Fraktion an. "Ich werde für ein Amt nicht mehr zur Verfügung stehen", sagte die Ministerpräsidentin. "Gegen offene Messer zu kämpfen ist nicht leicht, aber in der Politik manchmal notwendig. Gegen einen hinterhältigen Dolchstoß jedoch gibt es keine Abwehrmöglichkeiten", sagte Simonis zu den Vorgängen vom Donnerstag.Simonis hatte im Landtag in vier Wahlgängen keine Mehrheit bekommen, weil ihr aus dem Lager von SPD, Grünen und Südschleswigschem Wählerverband eine Stimme fehlte. Sie bleibt zunächst mit ihrer rot-grünen Regierung geschäftsführend im Amt. Simonis wollte ursprünglich eine vom SSW unterstützte rot-grüne Minderheitsregierung bilden, nachdem es bei der Landtagswahl am 20. Februar für eine Neuauflage von Rot-Grün allein nicht gereicht hatte.In Berlin rechnen die Spitzen der Bundesparteien nun mit einer großen Koalition in Schleswig-Holstein. Der SPD-Parteivorsitzende Franz Müntefering sagte, man müsse mit den neuen "Gegebenheiten" für eine regierungsfähige Mehrheit schnell fertig werden. Simonis hatte eine solche Koalition immer abgelehnt. Ihr Gegenspieler von der CDU, der Fraktionsvorsitzende Peter Harry Carstensen, setzte sich dagegen vehement für eine Regierung aus CDU und SPD ein. Er bekam bei der Ministerpräsidentenwahl alle 34 Stimmen von CDU/FDP und damit eben so viele Stimmen wie Simonis.