Tierkommunikation Die häufigsten Missverständnisse
Eine Katze schnurrt vor Zufriedenheit und Wohlbefinden? Nicht immer: Katzen schnurren auch, wenn sie angespannt sind oder Schmerzen haben (zum Beispiel während der Geburtswehen). Auf diese Weise beruhigt sich die Mieze selbst. Bei verletzten Katzen werden durch die entstehenden Schallwellen sogar Heilprozesse im Knochengewebe ausgelöst, vermuten Forscher des Fauna Communication Research Institute in North Carolina – noch ein Grund mehr zu schnurren. Und wenn die Katze den Wohnzimmerschrank zerkratzt und Sofapolster zerfetzt, will sie nicht nur ihre Krallen wetzen – es handelt sich oft auch um eine Geste der Dominanz. Das Ziel: Stärke zeigen und klar machen, wer hier der Boss ist, etwa gegenüber einem rangniederen Tier.
Hunde, die bellen, beißen nicht, weiß der Volksmund, doch so pauschal ist das nicht richtig. Je nachdem, ob sie spielen, warnen oder drohen wollen, bellen Hunde ganz unterschiedlich (also genau hinhören!) und schrecken manchmal auch vor einem kräftigen Biss nicht zurück.
Wenn ein Hund dem direkten Blickkontakt ausweicht, heißt das nicht, dass er schüchtern ist. Hunde empfinden es als Drohung, angestarrt zu werden. Und wer vor einem Hund davonläuft, muss sich nicht wundern, wenn das Tier hinterherhetzt: Es fühlt sich zum Spielen aufgefordert oder folgt seinem Jagdtrieb. Auch Schwanzwedeln muss übrigens nicht immer freundlich gemeint sein, sondern gilt bei Hunden allgemein als Ausdruck von Erregung.
Bewegt das Pferd seinen Schweif, bedeutet das: Mir geht’s nicht gut. Mit leichten Bewegungen verscheucht es nebenbei Fliegen, aber je schneller und heftiger es schlägt, desto angespannter und unzufriedener ist es – etwa mit dem Reiter auf seinem Rücken. Menschen interpretieren das oft falsch, wie auch die Schnappbewegungen, die junge Pferde mit ihrem Maul machen. Das bedeutet nicht Angriffslust, sondern signalisiert vielmehr Respekt.
Ein Kaninchen , das ungestüm an seiner Besitzerin vorbeirast und sie gezielt mit Urin bespritzt, ist weder verhaltensgestört, noch will es sein Revier markieren. Das Ganze ist vielmehr ein Werbungsritual: Kaninchenladys finden die Spritzerei nämlich absolut sexy. Und manchmal halten die Männchen eben die menschliche Halterin für die Dame ihres Herzens. AWE/DRÖ
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- Quelle (c) DIE ZEIT 23.03.2005 Nr.13
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