iran Tod in der FolterzelleSeite 5/5
»Die Ereignisse in und um Iran herum deuten darauf hin, dass wir uns an einem historischen Scheideweg befinden. Stärker als früher nimmt die Welt die Menschenrechtsverletzungen in meinem Land wahr. Auch in Iran selbst belasten die willkürlichen Verhaftungen und Morde das Regime zunehmend. Mein Bericht dürfte den Machthabern zumindest klar machen, dass sie eines Tages zur Kasse gebeten werden könnten.«
Dr. Asam ist sich sicher, dass in seinem Land heute eine tiefe Sehnsucht nach Veränderung herrscht und dass die Menschen der Gewalt müde sind. Die Iraner, so glaubt er, hoffen verzweifelt auf das Ende der Exekutionen, Massenmorde und Vergeltungsaktionen. Auf eine friedliche und demokratische Lösung, ähnlich wie in Südafrika.
»Ein Freund von mir hat es so formuliert: Als führende Politiker der Schah-Regierung im Jahr 1979 ohne Gerichtsverfahren exekutiert wurden und weder Intellektuelle noch politische Organisationen oder die Öffentlichkeit protestierten, wurde die Saat der Gewalt gelegt und die Welle von Hinrichtungen in den Gefängnissen Ende der Achtziger vorbereitet. Diesmal wollen wir keine Vergeltung, lieber machen wir Witze: ›Wir sind sogar bereit, Chamenei aus unseren eigenen Taschen zu bezahlen, wenn er bloß geht.‹«
Haideh Daragahi ist eine schwedisch-iranische Schriftstellerin, Journalistin und Wissenschaftlerin. Arne Ruth, früherer Herausgeber der Tageszeitung »Dagens Nyheter« in Stockholm, ist Schriftsteller und Hochschullehrer
Aus dem Englischen von Elisabeth Thielicke
- Datum 31.03.2005 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 31.03.2005 Nr.14
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