Büchertisch
Belletristik
Ausgewählt von Evelyn Finger
Das bei der neuesten Buchmesse wieder allenthalben verbreitete Gerücht, die neue deutsche Literatur sei doch, alles in allem, ganz gemütlich (gemütlich im Sinne von relativ unpolitisch, relativ realistisch, relativ leicht verdaulich), lässt sich anhand von Bert Papenfuß jederzeit widerlegen. Der anarchisch gestimmte Lyriker, geboren 1956 in Mecklenburg, aufgewachsen in den Hinterzimmern des DDR-Literaturbetriebs, auffällig geworden durch befremdliche Töne im Stil von Adolf Endlers »Prenzlauer Berg Connection«, hat wieder ein Buch geschrieben. Aber was heißt »Buch« bei einem lebenslänglichen Vertreter der Gegenöffentlichkeit? Es ist eins dieser schmalen, an den Samisdat erinnernden Hefte voll aufrührerischer, sophistischer, sarkastischer Eingreifgesänge, mit denen Papenfuß, Herausgeber der Zeitschrift sklaven AUFSTAND, seine Arbeit am »abbau west« fortsetzt. »Wat solls – krank, karrank / is schon ma’n juter Anfang / jewesen, jib mich ma den besen; / nu ma raus mittet menschliche Wesen.«
Bert Papenfuß: Rumbalotte Continua
Verlag Peter Engstler, Ostheim 2004; 40 S., 8,– €
Sachbuch
Ausgewählt von Manfred Sack
- Datum 31.03.2005 - 14:00 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle (c) DIE ZEIT 31.03.2005 Nr.14
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:



