Musikfilm Das Ding vom anderen SternSeite 2/2

Horn möchte dem Toten eine späte Bühne bereiten. Leider gerät der Mann hinter den vielen Masken dabei fast völlig aus dem Blick. Einmal tritt eine Tante aus dem Ruhrgebiet auf, die aus Klaus’ Kindertagen plaudert, ansonsten scheint es weder Eltern noch Geschwister gegeben zu haben. Lebenspartner? Fehlanzeige. Und der so genannte »Schwulenkrebs«: Noch heute wirkt der Bekanntenkreis verschreckt von dem Thema. Auch Nomi selbst, der in einmontierten Interviewpassagen davon erzählt, wie er Elvis begehrte und statt dessen bei der Callas landete, ist keine Hilfe. Immer scheinen seine Sätze schon für die Kamera formuliert, der er bereitwillig sein ikonengleiches Gesicht hinhält. Nein, eine Rückseite der Zeichen gibt es hier nicht, hinter dem Spiegel ist in diesem Film stets zugleich vor dem Spiegel. Wenn am Ende das Raumschiff wieder ins All entschwebt, ist der Mythos Klaus Nomi um einige Facetten reicher. Klaus Sperber allerdings wirkt fast so fremd wie zu Anfang.

 
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