Nachruf Das Leben des Harald Juhnke
Am 1. April starb der Entertainer im Alter von 75 Jahren
Harry Heinz Herbert Juhnke wurde am 10. Juni 1929 in Berlin-Wedding geboren. 1950 erhielt er sein erstes Engagement am Theater und wirkte seit 1953 in über 70 Filmen mit. Er begeisterte seine Fans nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Entertainer. Große Popularität erreichte Harald Juhnke seit den 70er-Jahren mit Fernsehsendungen und -serien wie Ein Mann will nach oben (1978), Musik ist Trumpf (1979-1981) und Harald & Eddi (ab 1986). Dabei sorgte der alkoholkranke Juhnke mehrfach für Schlagzeilen wegen Terminabsagen und Pöbeleien. Seine zweite Ehefrau Susanne brachte den Demenzkranken im Jahr 2001 in ein Pflegeheim. In den letzten Monaten hatte sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechtert. Harald Juhnke galt als "deutscher Frank Sinatra". Über sein großes Vorbild äußerte er sich so: "Sinatra säuft immer mit. Nur behält der immer einen klaren Kopf."
Juhnke über Juhnke:
"Ich freue mich, dass Sie gekommen sind. Und ganz besonders freue ich mich, dass Sie fest damit gerechnet haben, dass auch ich komme.“
(Juhnkes Begrüßungsworte bei seinen Auftritten)
1959
"Ich weiß nichts mehr. Mir muss der Faden gerissen sein."
(Juhnke nach einer wilden Verfolgungsjagd, die er sich mit Polizeibeamten am 25. Februar 1959 durch West-Berlin lieferte)
1976
"Ich saufe mich zu Tode."
(In Köln soll Harald Juhnke das Stück Hokuspokus von Curt Götz spielen, doch die Vorstellung muss wegen Trunkenheit abgebrochen werden)
"Ich werde nie wieder Theater spielen."
(Juhnke in der
Berliner Zeitung
ein paar Tage später)
1982
"Jetzt habe ich die Schnauze voll, ich wandere aus. Hier finde ich ja doch keine Ruhe, hier gehe ich kaputt."
1993
"Ich bin sehr glücklich. Meine Karriere ist so weit oben wie noch nie. Es wäre doof, sie zu gefährden und in meinen alten Schlendrian zu verfallen."
(Der 65-Jährige zum Thema Alkohol)
1995
"Mozart konnte doch maßlos ordinär sein und schreckliche Dinge treiben und auf der anderen Seite diese wundervolle zärtliche Musik schreiben."
(Juhnke in einem Interview mit dem
Tagesspiegel
über Seelenverwandtschaften)
- Datum 01.04.2005 - 14:00 Uhr
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