Das Bayerische Oberste Landgericht hat vier Neonazis wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verurteilt. Das Gericht verhängte an diesem Dienstag gegen die Gesinnungsgenossen des Neonazis Martin Wiese Bewährungsstrafen zwischen 16 und 22 Monaten. Ein fünftes Mitglied der Gruppe wurde für schuldig befunden, mit explosionsgefährlichen Stoffen umgegangen zu sein.

Die Neonazis sollen einen Sprengstoffanschlag in München geplant haben. Ziel des Anschlags war die Baustelle des neuen Jüdischen Zentrums. Die Bombe sollte bei der Grundsteinlegung gezündet werden. Zu dieser Feier hatte sich auch der damalige Bundespräsident Johannes Rau angekündigt. Der Plan war von der Polizei aufgedeckt und der Anschlag verhindert worden.

Gegen die Angeklagten im Alter von 18 bis 38 Jahren wurde seit sechs Monaten verhandelt. Nach Auffassung der Bundesanwaltschaft gehörten vier von ihnen dem inneren Führungszirkel der von Wiese geleiteten "Kameradschaft Süd" an, der fünfte Angeklagte aus Brandenburg unterstützte die Gruppe. Der innere Zirkel dieser Gruppe habe nach Ansicht der Bundesanwälte beabsichtigt, ein Regime nach nationalsozialistischem Vorbild zu errichten. Die so genannte Schutzgruppe operierte konspirativ mit Decknamen und Codes. Gegen Wiese wird in einem weiteren Prozess verhandelt, der noch nicht abgeschlossen ist.