Vor dem Augsburger Amtsgericht ist an diesem Freitag das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Walter Bau-AG eröffnet worden. 4.000 Beschäftigte werden voraussichtlich ihre Arbeit verlieren, wenn das drittgrößte Bauunternehmen in Deutschland nun abgewickelt wird.

In der kommenden Woche will sich der Gläubigerausschuss treffen. Die Gläubiger werden dann darüber entscheiden, ob der größere Teil des Unternehmens an den österreichischen Konkurrenten Strabag verkauft wird. Kurzfristig hatte auch der Baukonzern Bilfinger-Berger aus Heidelberg Interesse an einem Kauf geäußert. Eine Offerte sei jedoch bis zur Insolvenzeröffnung nicht eingegangen.

Die Pläne der Insolvenzverwalter sehen vor, dass 2.700 ehemalige Walter-Bau-Mitarbeiter in eine Beschäftigungsgesellschaft übernommen werden. Diese Gesellschaft soll ihnen für weitere sechs Monate achtzig Prozent des bisherigen Nettolohns zahlen. Weitere Mitarbeiter insolventer Walter-Bau-Töchter sollen später von der Gesellschaft aufgenommen werden.  Strabag will unter dem Dach der neu gegründeten Dywidag-Holding GmbH vier einstige Walter-Bau-Firmen und einige Baustellen übernehmen. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Beobachter sprechen aber von rund 130 Millionen Euro. Strabag hat auch zugesagt, 5.700 der ursprünglich 9.800 Stellen zu erhalten.