ingenieure-spezial Das Geld liegt unter der StraßeSeite 2/2

Gleichzeitig rückt ein neues Aufgabenfeld in den Blickpunkt: Während die 500000 Kilometer des öffentlichen Kanalnetzes überwacht und nach und nach saniert werden, weiß niemand, wie es in den Abwasserleitungen auf privatem Grund aussieht. Die DWA schätzt ihre Länge auf das Zwei- bis Dreifache des öffentlichen Netzes. »Undichte Hausanschlüsse und Rohre auf Privatgelände könnten zum Problem werden«, sagt Hermann Orth, Professor für Siedlungswasserwirtschaft und Steins Kollege an der Ruhr-Universität Bochum. Gegenwärtig suchen die Forscher noch nach Methoden, solche sehr kleinen Röhren zu sanieren. Vorerst gibt es kein einheitliches Gesetz, das die Hausbesitzer zur Sanierung verpflichtet. Für Orth ein bedenklicher Zustand: »Wir sanieren das öffentliche Netz, und gleichzeitig weiß niemand, was aus privaten Leitungen in den Boden sickert!« Ein Blick in die Röhre könnte für Hausbesitzer einen Schock bedeuten – und noch mehr Arbeit für Ingenieure.

 
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