Kochwettbewerb 2005 Das Tier des Jahres
Wolfram Siebeck startet den ZEIT-Kochwettbewerb 2005. Bis Mitte Mai dürfen sich Amateurköche "Ein Menü für Siebeck" ausdenken. Wichtigste Zutat: Ein Huhn
Große Spektakel sollten mit großen Worten angekündigt werden. So wie es schon Lewis Carroll in seinem Buch tat Schon O. Henry, der amerikanische Meister der kurzen Erzählung, fand diese Einleitung so verführerisch, dass er einen Band seiner Kurzgeschichten nannte. Und wer, so frage ich, wird von den Figuren aus nicht verführt? Vom Walross zum Beispiel, dessen großartige Ankündigung eines Spektakels darauf hinausläuft, dass es gemeinsam mit dem Zimmermann die dummen kleinen Austern gleich dutzendweise vertilgt?
Hier ist also die Ankündigung eines Großereignisses, eines Mega-Events, wie man heute sagt, über das an dieser Stelle in der ZEIT in diesem Jahr noch ausführlich berichtet werden wird: Der Kochwettbewerb 2005.
Wie schon in den Jahren 2002 und 2004 wollen wir wissen, wer der beste Amateurkoch im Verbreitungsgebiet dieser Zeitung ist. Und deshalb sind wieder alle ZEIT- Leser aufgefordert, sich am großen Wettkochen zu beteiligen.
Die Chance für Nachwuchsköche – die Vorjahressieger kochen nicht mit
Profiköche sind von der Teilnahme ausgeschlossen – und darüber hinaus all jene Damen und Herren, die bei einem der letzten beiden Kochwettbewerbe zum Vorkochen eingeladen hatten. Nicht nur die Preisträger also, sondern all jene, die mit dem Löffel in der Hand schon einmal im Blitzlichtgewitter der Paparazzi standen.
Sie alle bitte ich, sich diesmal zurückzuhalten. Ihnen haftet nämlich der Ruch des Professionellen an. Sie haben sich als zu clever erwiesen in den letzten Jahren. Von der Schlussrunde direkt in die Spalten der Tageszeitungen und vor die Fernsehkameras, das vereinbart sich schlecht mit der naiven Frische, die ich eigentlich erwarte, wenn sich Amateure einfinden, um unter den Augen unserer Jury gegeneinander anzukochen.
Wieder gibt es wunderbare Preise zu gewinnen, selbstverständlich abgestimmt auf die Sehnsüchte der Hobbyköche nach Attraktionen der gastronomischen Oberklasse. Deshalb werden die Siegerin oder der Sieger wieder nach Paris reisen, ein Wochenende lang im Hotel Bristol wohnen und ein Diner im Zwei-Sterne-Restaurant des Hotels erleben. Aus eigener Anschauung weiß ich: Das Bristol ist ein Kracher! Die oder den Zweitplatzierte(n) schicken wir mitten nach Schottland, ins Gleneagles Hotel in Auchterarder, und wer die Bronzemedaille erringt, darf immerhin nach Lausanne fahren und im Hotel Beau-Rivage Palace wohnen und essen, dessen Restaurant kürzlich auch mit einem Michelin-Stern dekoriert wurde.
Die eingesandten Rezepte sollten wie üblich ein dreigängiges Menüs detailliert beschreiben, mit Zutatenliste, Kochanleitung und allem Drum und Dran. Bis Ende Mai haben Sie Zeit, sich das alles auszudenken, für Ihre Familie oder Ihre Freunde zur Probe zu kochen – aber nicht zu oft! Die Klagen der als Testesser missbrauchten Ehegatten habe ich noch vom letzten Wettbewerb in den Ohren! – und entweder eine E-Mail an kochwettbewerb@zeit.de zu schicken oder einen Brief an die Redaktion DIE ZEIT, »Ein Menü für Siebeck«, 20079 Hamburg. Spätestens am Dienstag, dem 31. Mai, sollten Sie auf den »Senden«-Button Ihres Computers klicken oder den Brief in den Postkasten werfen.
Ich möchte dann damit beginnen, unter all den vielen Menüs (im vergangenen Jahr waren es weit über tausend!) jene zwanzig (in Ziffern: 20!) auszuwählen, deren Schöpfer wir zu einer der fünf Regionalentscheidungen einladen werden. Und zwar in der zweiten Oktoberhälfte und Anfang November, in die besten deutschen und österreichischen Hotelküchen und in Städte wie Berlin, Freiburg (das Colombi-Hotel!), München (das Vier Jahreszeiten!), Wien und Bergisch Gladbach. Bergisch Gladbach? Dort wirken immerhin zwei der sechs deutschen Drei-Sterne-Köche, und bei einem von ihnen, bei Joachim Wissler im Grandhotel Schloss Bensberg, werden wir zu Gast sein.
- Datum 09.02.2009 - 13:08 Uhr
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- Serie Siebeck haupttext
- Quelle (c) DIE ZEIT 06.04.2005 Nr.15
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