Hochschule der Medien Stuttgart

Hendrik Wohlfahrt, Print-Media-Management

Das mit dem neuen Abschluss war Hendrik Wohlfahrt eigentlich ziemlich egal. »Ob Diplom oder Bachelor, ich wäre so oder so nach Stuttgart gegangen«, sagt der 20-jährige Kieler. Print-Media-Management, das ist eine Mischung aus Betriebswirtschaftslehre und Technik, um später im Management von Druckzentren oder von Medienagenturen arbeiten zu können. In der Form gibt es das in Deutschland nur an der Hochschule der Medien (HDM) in Stuttgart.

Die HDM hat zum vergangenen Wintersemester auf einen Schlag ihr gesamtes Angebot auf Bachelor und Master umgestellt und feiert sich als Vorreiterin unter den Fachhochschulen. Einige der Professoren seien regelrecht Feuer und Flamme von der Umstellung gewesen und hätten versucht, ihre Begeisterung auf die Studenten zu übertragen, berichtet Hendrik Wohlfahrt. Was anfangs allerdings nur teilweise gelang, denn die Kinderkrankheiten waren auch an der HDM dieselben: das nachträgliche Herumdoktern an der Prüfungsordnung etwa, um die Akkreditierung sicherzustellen. So wurde eine Klausur vom Semesterende an den Anfang des nächsten verlegt, um den Studenten mehr Zeit zum Lernen zu geben – und um die Anforderungen höher schrauben zu können. An sich eine gute Idee, doch einige Studenten hat das kalt erwischt: Sie mussten ihre Urlaubspläne ändern, sogar Flüge umbuchen. »Ich musste für die eine Klausur extra noch mal von Kiel nach Stuttgart fahren, besonders günstig war das nicht«, sagt Hendrik Wohlfahrt.

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»Unsere Dozenten haben sich mehr mit den Inhalten als mit der Organisation beschäftigt, darum ist uns die Zeit am Ende ein bisschen davongelaufen«, sagt Uwe Schlegel, Rektor der HDM, entschuldigend. »Doch positiv gewendet bedeutet das: Endlich haben wir uns mal hingesetzt und geguckt, welches Wissen müssen wir wirklich vermitteln, um unsere Leute für den Arbeitsmarkt auszubilden?« Am Ende flogen ein Semester Vorlesungen und ein Semester Praktikum heraus, um die Verkürzung auf nur noch sechs Semester bis zum Bachelor zu erreichen.

Einige Professoren taten sich allerdings noch schwer, die früher 90-minütigen Diplomklausuren auf nur noch eine Stunde einzudampfen, was zu einem unmöglichen Pensum an Aufgaben führte. Aber auch das, versichert Rektor Schlegel, werde sich schon im nächsten Semester ändern. Richtig verunsichert haben die Anfangspannen ohnehin kaum einen, dafür war die Betreuung an der Fachhochschule schon vor der Umstellung zu gut, auch dank eines engagierten AStA und eines ebenso fleißigen Studiengangleiters. Schade findet Hendrik Wohlfahrt, dass die HDM das umfangreiche Fremdsprachenangebot aus dem Kurrikulum gestrichen hat und nur noch gegen Gebühren anbietet. Laut Uwe Schlegel hat das jedoch mit den Sparvorgaben der Landesregierung und nichts mit der Umstellung zu tun.

Was nach einem Semester bleibt für Hendrik Wohlfahrt, sind die Vorteile der europaweit gültigen, gestuften Abschlüsse: »Wir können uns auf das Wichtige konzentrieren und später im Master noch mal Akzente setzen je nachdem, wo man sich spezialisieren möchte. Und international beweglicher sind wir auch.«

 
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