Wegen der Schwarzgeldaffäre der hessischen CDU ist der frühere Bundesinnenminister Manfred Kanther zu einem Jahr und sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Wiesbadener Landgericht befand den 65-Jährigen am Montag der Untreue für schuldig. Außerdem muss er 25 000 Euro an die Staatskasse zahlen.

Kanther hatte Ende 1983 als damaliger Generalsekretär der hessischen CDU rund 20,8 Millionen Mark Parteivermögen in der Schweiz deponieren lassen, um die Veröffentlichungspflicht zu umgehen.

Der frühere CDU-Finanzberater Horst Weyrauch muss wegen Beihilfe zur Untreue eine Geldstrafe von 61 200 Euro bezahlen.

Das Gericht ging damit über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus, die für Kanther 72 000 Euro und für Weyrauch 36 000 Euro Strafe gefordert hatte. Die Verteidigung hatte in beiden Fällen auf Freispruch plädiert.

Die Aufdeckung der schwarzen Kasse hatte Anfang 2000 einen Skandal ausgelöst. Die Bundes-CDU muss 22 Millionen Euro staatliche Zuschüsse zurückzahlen, weil das Geld nicht im Rechenschaftsbericht der Partei deklariert wurde.