Kriegsende Schrecken ohne EndeSeite 2/2
Knabe verzichtet im Duktus seiner Darstellung auf derartige Differenzierungen. Bei einem so sensiblen historischen Gegenstand auf einem politisch verminten Gelände hätte man sich mehr Behutsamkeit, einen kritischeren Umgang mit Zeitzeugenaussagen, genauere Belege (zum Beispiel für höchst umstrittene Opferzahlen) und insgesamt eine sorgfältigere Kontextualisierung der Befunde gewünscht, so schaurig diese auch sind und so wenig sich die wüsten Exzesse der Roten Armee rechtfertigen oder relativieren lassen. Das Buch fügt sich allzu einseitig ein in den ebenso schwierigen wie notwendigen Diskurs über die Deutschen als Opfer, der schon anlässlich der Debatte um Günter Grass’ Novelle Im Krebsgang und Jörg Friedrichs Brand massiv und nicht ohne falsche Zungenschläge ins Zentrum des öffentlichen Interesses rückte.
Tag der Befreiung?Politisches BuchDas Kriegsende in OstdeutschlandHubertus KnabeBuchPropyläen Verlag2005Berlin24388- Datum 21.04.2005 - 14:00 Uhr
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- Serie politisches buch
- Quelle (c) DIE ZEIT 21.04.2005 Nr.17
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