datenübertragung Die AllesscannerSeite 5/5

»Eine Kernfrage der verbraucherfreundlichen Technologiegestaltung ist also, wie für den Einzelnen die Kontrolle über die intelligente Systemwelt erhalten bleiben kann«, sagt die Wissenschaftlerin. Ihr Vorschlag: Die Chips dürfen lediglich dann ausgelesen werden, wenn der Nutzer es erlaubt, beispielsweise durch die Eingabe eine Passworts. Der Vorteil dieses Verfahrens: Man kann alles nutzen, was man möchte – und sich zugleich vor Schnüffelei schützen.

Noch anspruchsvoller sind Verschlüsselungs- und Signierverfahren. Sie könnten die vielen unterschiedlichen Interessen durchaus »unter einen Hut bekommen«, sagt Jan E. Hennig, der sich an der Universität Bielefeld mit dem Thema beschäftigt. Doch alles, was mehr Sicherheit und Verbraucherschutz bringt, macht die Technik teurer – und mindert die Chancen sowohl des Staates als auch der Wirtschaft, sich eine unerschöpfliche Datenquelle zu erschließen.

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Und dennoch hoffen viele nach wie vor auf die Weitsicht in der Industrie und beim Handel. Schließlich geht es darum, das Vertrauen der Verbraucher nicht zu verlieren. Tatsächlich verpflichteten sich die großen Handelskonzerne wie Metro oder Wal-Mart in einer Richtlinie schon mal dazu, Kunden zu informieren, sobald sie ein Produkt mit einem RFID-Chip versehen. Außerdem sollen sie Angaben darüber erhalten, wie der Chip »entfernt, ausgeschaltet oder unbrauchbar gemacht werden kann«. Allerdings: Die Vereinbarung ist eine freiwillige Selbstverpflichtung. Wer sich nicht daran hält, hat nichts zu befürchten.

Es sei denn, die EU greift ein. In ihrem offiziellen Papier werden die Brüsseler Datenschutzexperten jedenfalls sehr deutlich. Sie betonen, dass es Aufgabe der Hersteller und der Normungsgremien sei, »den Anwendern eine datenschutzkonforme Technik zur Verfügung zu stellen, die Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte verhindert«. Klingt fast wie eine Drohung, manche sehen auch eine Chance darin. »Deutschland könnte führend sein in der Entwicklung nachhaltiger Technologien, die auch morgen noch gesellschafts- und demokratieverträglich sind«, sagt padeluun. Und: »Wäre das nicht ein Exportartikel, auf den wir wirklich stolz sein könnten?«

*FoeBuD ist die Abkürzung für Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs – eine Parodie auf die skurrilen Abkürzungen der Deutschen Bundespost, als diese in Deutschland noch für Telekommunikation zuständig war

**Caspian steht für Consumers Against Supermarket Privacy Invasion and Numbering

 
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