kapitalismusdebatte Wolffsohn: Müntefering hetzt wie Nazis gegen Juden
Der Münchner Historiker Michael Wolffsohn hat die Kapitalismuskritik von SPD-Chef Franz Müntefering mit der antijüdischen Hetze der Nazis verglichen
In der »Rheinischen Post« (Dienstag) wirft Wolffsohn dem SPD-Vorsitzenden vor, Unternehmer mit Tieren zu vergleichen. Bei Müntefering schwinge mit, dass diese »als Plage vernichtet, ausgerottet werden müssen«. Weiter erklärt der Professor an der Münchner Bundeswehrhochschule: »Heute nennt man diese "Plage" "Heuschrecken", damals "Ratten" oder "Judenschweine"« .
Er könne sich nur die Augen reiben, meinte Wolffsohn. »In der größten Regierungspartei des heutigen Deutschland kursiere eine schwarze Liste von vermeintlich hyperkapitalistischen Unternehmen. Mindestens zwei sind "jüdisch" bzw. tragen jüdische Namen.«
Müntefering hatte Mitte April eine Kapitalismus-Debatte ausgelöst, als er internationale Finanzinvestoren, die Firmen übernehmen, um sie zu zerlegen und wieder abzustoßen, mit »Heuschrecken« verglich.
Wolffsohn hatte Anfang Mai vergangenen Jahres mit umstrittenen Äußerungen zum Thema Folter erheblichen Wirbel verursacht. In einem Interview hatte er gesagt, als eines der Mittel gegen Terroristen halte er Folter oder die Androhung von Folter für legitim. Es sei die Freiheit der Wissenschaft, alle denkbaren Optionen zu durchdenken. Zahlreiche Politiker und auch Wissenschaftskollegen hatten diese Äußerungen scharf kritisiert und Wolffsohn teilweise zur Aufgabe seiner Lehrtätigkeit aufgefordert. Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) hatte Wolffsohns Äußerungen als inakzeptabel bezeichnet. Rechtliche Konsequenzen gab es aber nicht.
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- Quelle (c) dpa, 03.05.2005
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