Textil Die Preise fallen
Was wird in Deutschland geschehen?
Schließlich können deutsche Modefirmen auch vom Wegfall der Quoten profitieren. Christoph Auhagen, Geschäftsführer des Modeherstellers Gerry Weber, rechnet vor: »Für eine Hose aus China, die zuvor 16 Euro gekostet hat, zahlen wir jetzt nur noch zwischen 12 und 14 Euro.« Die Ersparnis gebe sein Unternehmen an die Verbraucher weiter. »Sollte die EU jetzt die Importe drosseln, sind sie die Leidtragenden.«
Selbst Trigema-Chef Wolfgang Grupp, bekanntermaßen einer der letzten Verfechter des Standorts Deutschland in seiner Branche, fürchtet die wachsende Konkurrenz aus China nicht: »Bei den Importen geht es doch vor allem um Billigwaren niedriger Qualität.« Sein Unternehmen zielt mit T-Shirts und Tenniskleidung »made in Baden-Württemberg« dagegen auf betuchtere Kunden. »Was uns zu schaffen macht, sind nicht die fehlenden Textilquoten, sondern die Konsumflaute«, sagt Grupp. »Die Deutschen kaufen mehr Billigwaren. Ob die aus Rumänien, der Türkei oder aus China stammen, ist doch egal.«
- Datum 04.05.2005 - 14:00 Uhr
- Serie cvd
- Quelle (c) DIE ZEIT 04.05.2005 Nr.19
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