textil Die 60-Tage-Frist

Wie Amerika mit chinesischen Importen umgeht

Auf dem Capitol Hill laufen diverse Abgeordnete seit Monaten Sturm gegen die chinesische Wirtschaftspolitik, die einerseits den Export aggressiv fördert und andererseits die eigene Währung, den Yuan, zum Wohle der Ausfuhren unterbewertet hält. In seltener Einmütigkeit fordern Politiker beider großen Parteien, die Gewerkschaften und etliche Wirtschaftsverbände inzwischen sogar eine Klage gegen China vor der Welthandelsorganisation WTO. Insgesamt stieg das amerikanische Handelsdefizit gegenüber China im vergangenen Jahr auf 162 Milliarden Dollar. Das ist etwa ein Viertel des gesamten Handelsdefizits der USA von 617 Milliarden Dollar – und das bislang größte amerikanische Handelsdefizit gegenüber einem einzigen Land.

Das aktuelle Reizthema sind die Textilien aus China: Seit am 1. Januar die chinesischen Exportquoten gefallen sind, reden Marktbeobachter von einer »Flut« billiger Textilien nach Amerika. Die Debatte tut ihre Wirkung: Abermals hat die Regierung von Präsident George Bush Anfang April eine offizielle »Untersuchung« eingeleitet, ob neue Textilquoten eingeführt werden sollen. Binnen 60 Tagen will die Regierung das entscheiden.

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Der neue Handelskommissar Portman jedenfalls scheint seine Gegner nicht nur in öffentlichen Anhörungen, sondern auch hinter verschlossenen Türen besänftigt zu haben. Einer seiner eifrigsten Gegner im Senat jedenfalls, der Demokrat Evan Bayh aus Indiana, lenkte zum Wochenende schließlich ein: Rob Portman habe »zugesichert«, dass er als neuer Handelskommissar die Exportflut aus China in die USA bekämpfen werde.

 
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