haushalt Mehrwertsteuer wird nicht erhöht
Finanzminister Eichel will trotz hoher Ausfälle keine Steuern erhöhen. Die Opposition fordert einen Nachtragshaushalt
Die Bundesregierung will die zu erwartenden Steuerausfälle
in Milliardenhöhe „in absehbarer Zukunft“ nicht über eine höhere
Mehrwertsteuer
stopfen. Das sagte
Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD)
an diesem Montag. SPD
und Grüne stützten den Minister in dieser Haltung.
Angesichts weiterer Steuerausfälle von bis zu zwanzig Milliarden Euro in
diesem und im nächsten Jahr gelang es den Politikern der Koalition aber nicht, solche
Spekulationen einzudämmen. Wirtschaft und Opposition warnten vor einer höheren
Mehrwertsteuer, Ökonomen befürworteten einen solchen Schritt. Die Vorsitzenden von
CDU und CSU, Angela Merkel und Edmund Stoiber, forderten die Regierung auf,
einen Nachtragshaushalt aufzulegen.
Auslöser der neuerlichen Mehrwertsteuerdebatte ist die nächste Steuerschätzung,
die am Donnerstag offiziell bekannt gegeben werden soll. Fachleute gehen davon
aus, dass Bund, Länder und Gemeinden in diesem Jahr drei bis fünf Milliarden
Euro weniger
Steuern
einnehmen werden als zuletzt erwartet. Im nächsten Jahr
könnten sich die Steuerausfälle gegenüber der letzten Prognose auf 14 bis 15
Milliarden Euro belaufen, verlautete aus dem Kreis der Steuerschätzer. Deren
Beratungen beginnen an diesem Dienstag. Hinzu kommen drohende
Milliarden-Mehrkosten durch die Arbeitsmarktreform.
Die Mehrwertsteuer wurde zuletzt 1998 von Union und FDP erhöht - von 15 auf 16
Prozent. Damit rangiert Deutschland in Europa am Ende der Skala. Einige Ökonomen
sprechen sich für eine Erhöhung aus. Sie wollen mit diesem Geld die Sozialsysteme
finanzieren. Merkel schloss dagegen ein Ja der Union zu einer höheren
Mehrwertsteuer „definitiv“ aus.
- Datum
- Serie cvd
- Quelle dpa, 9.5.2005
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