kaukasus Bush bietet Georgien umfassende Hilfe an
150.000 Menschen wollten den US-Präsidenten auf dem Platz der Freiheit im Stadtzentrum von Tiflis erleben. Sicherheitskräfte konnten nur mit Mühe die Kontrolle behalten
Tiflis US-Präsident George W. Bush hat am Dienstag in Tiflis die ehemalige Sowjetrepublik Georgien als Inspiration für alle freiheitsliebenden Menschen auf der Welt gewürdigt. Zugleich sagte er dem Präsidenten Michail Saakaschwili, der vor 18 Monaten durch eine friedliche Revolution an die Macht gekommen war, breite Unterstützung bei der Verwirklichung demokratischer Reformen und damit auf dem möglichen Weg in die NATO zu. Weiter rief Bush zu einer friedlichen Lösung des Konfliktes um die von Georgien abtrünnigen und von Moskau unterstützten Gebiete Abchasien und Südossetien auf.
Die »Revolution der Rosen«, die zum Sturz des damaligen Staatschefs Eduard Schewardnadse geführt hatte, sei ein »großer Augenblick in der Geschichte« gewesen, sagte der US-Präsident nach einem Treffen mit Saakaschwili auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem Gastgeber. »Wir danken Ihnen für dieses Beispiel.« Saakaschwili würdigte die amerikanische Unterstützung, für die das georgische Volk »auf ewig dankbar sein wird«.
Vor seinem Abflug nach Washington am Dienstag hielt Bush eine Rede auf dem Platz der Freiheit im Herzen der Stadt, wo sich während der Revolution Zehntausende Menschen zusammengefunden hatten. Nach Saakaschwilis Angaben wurden dazu 150.000 Menschen erwartet. Das wäre mehr als ein Zehntel der Gesamtbevölkerung von Tiflis. Der Weg zu einer vollen Demokratie sei nicht einfach, sagte Bush in seiner Rede, »aber Ihr werdet diesen Weg nicht allein gehen. Amerika steht beim Aufbau eines freien und liberalen Georgiens an Eurer Seite«, rief der Präsident. Schon Stunden vor dem Ereignis waren die Menschen in Scharen auf den Platz geströmt. Die Sicherheitskräfte konnte nur mit Mühe die Kontrolle behalten - so massiv drängte die Menge auf den Platz.
Bush war am Dienstagabend direkt im Anschluss an die Moskauer Siegesfeier zum Ende des Zweiten Weltkrieges nach Gorgien gereist. Es war der erste Besuch eines US-Präsidenten in dem Land. Im Kreml hatte der Zeitpunkt der Reise, mit der Bush seine Unterstützung für die Ausbreitung der Demokratie bekunden wollte, Unmut ausgelöst. Neben dem Disput um die abtrünnigen georgischen Gebiete streiten Russland und Georgien über den Zeitplan für den Abzug von etwa 8000 russischen Soldaten auf georgischem Boden, der 1999 grundsätzlich vereinbart worden war. Der Streit war einer der Hauptgründe für die Entscheidung Saakaschwilis, der Moskauer Siegesparade fern zu bleiben.
Der US-Präsident sagte auf der Pressekonferenz, er habe mit Putin über das Thema gesprochen. »Ich weiß, dass Russland mit Georgien bei der Erfüllung des Istanbuler Abkommens (über den Abzug) zusammenarbeiten will«, sagte Bush. Zum Streit über die abtrünnigen Gebiete sagte der Präsident, er sei zu einer aktiven Hilfe bei der Lösung des Konflikts im Rahmen internationaler Organisationen wie den UN bereit, wenn Georgien dies wünsche.
Bush erklärte weiter, dass auf dem Weg zu einer stabilen Demokratie in Georgien noch viel zu tun sei. Wie bereits am Samstag in der ehemaligen Sowjetrepublik Lettland rief er in diesem Zusammenhang dazu auf, die Minderheiten im Land zu respektieren.
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- Quelle dpa, 10.05.2005
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